Kommentar zu den Aussichten der CDU

Merkels Wahljahr

Ruhige Raute: Das Markenzeichen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die mit den Fingern gebildete geometrische Form.

Ruhige Raute: Das Markenzeichen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die mit den Fingern gebildete geometrische Form.

Bonn. Den Wahlkampf-Strategen im Konrad-Adenauer-Haus der CDU dämmert langsam, dass 2017 ein schwieriges Jahr werden könnte. Das liegt am Zustand der CDU in den Ländern und das liegt an der Bundes-CDU selbst.

Die beiden Landtagswahlen im Mai versprechen wenig Hoffnung. In Schleswig-Holstein hat die Partei in vier Jahren drei Vorsitzende verschlissen und kommt doch nicht vom Fleck. Ein Wahlsieg wäre angesichts eines wenig profilierten Spitzenkandidaten eine echte Überraschung.

In NRW eine Woche später verbreiten derzeit die Umfragen schlechte Stimmung, weil Armin Laschet gegen die nach wie vor populäre Hannelore Kraft zu wenig Punkte macht. Eine echte Wechselstimmung will nicht aufkommen, zumal die vielfach angeschlagene Landes-SPD von der Schulz-Euphorie profitiert.

Hier liegt das nächste Problem. Angela Merkel hat es schwer gegen einen Gegner, der sich politisch genau dorthin begibt, wo sie selbst nicht ist: auf das Feld der Emotionen und Stimmungen. Die rationale Kanzlerin und ihre CDU finden gegen diese Welle bisher so recht kein Mittel. Hinzu kommen eine Reihe ungelöster eigener Probleme: Auf der rechten Flanke agiert jetzt die AfD.

Auch im eigenen Club mosert der konservative Flügel. Es Schulz gleichzutun, wird der CDU daher nicht gelingen. Sie müsste die Politik der zurückliegenden Jahre infrage stellen. Die war unglücklicherweise stark von der SPD geprägt. Schon wird über die Ablösung von Generalsekretär Tauber spekuliert. Das könnte helfen. An den grundsätzlichen Problemen der CDU ändert so ein Rauswurf indes wenig.