Debat-O-Meter

Laschet, Lindner und Marsching überzeugen

Die Spitzenkandidaten der sieben Parteien für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen: (von links) Özlem Alev Demirel (Linke), Michele Marsching (Piraten), Hannelore Kraft (SPD), Sylvia Löhrmann (Grüne), Armin Laschet (CDU), Christian Lindner (FDP) und Marcus Pretzell (AfD) in Köln in der TV-„Wahlarena“.

Die Spitzenkandidaten der sieben Parteien für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen: (von links) Özlem Alev Demirel (Linke), Michele Marsching (Piraten), Hannelore Kraft (SPD), Sylvia Löhrmann (Grüne), Armin Laschet (CDU), Christian Lindner (FDP) und Marcus Pretzell (AfD) in Köln in der TV-„Wahlarena“.

Bonn. Am Donnerstagabend lieferten sich die sieben Spitzenkandidaten zur NRW-Landtagswahl eine heftige Diskussion. Während der WDR-Sendung hatten die User über den Debat-O-Meter vom GA und der Uni Freiburg die Möglichkeit abzustimmen. Hier unsere Analyse.

Repräsentativ ist das Debat-O-Meter, das die Uni Freiburg und der General-Anzeiger zu den TV-Diskussionen im Vorfeld der NRW-Landtagswahl durchgeführt haben, gewiss nicht. Darauf weist die Uni in ihrer Analyse zur WDR-Wahlarena vom Donnerstagabend ausdrücklich hin. Denn die Gruppe der Teilnehmer entsprach viel zu wenig den Sympathien der einzelnen Parteien in der Bevölkerung.

So hatten 36 Prozent der Teilnehmer zuvor erklärt, sie neigten der CDU zu, und 15,7 Prozent sahen sich als FDP-Anhänger. Dagegen waren nur 13,9 Prozent der Teilnehmer Sympathisanten der SPD und 2,2 Prozent sahen sich als Anhänger der Grünen. 3,8 Prozent der Teilnehmer nannten die AfD als favorisierte Partei, 4,9 Prozent die Piraten, 2,2 Prozent die Linke, und 18,2 Prozent bezeichneten sich als unentschlossen.

Zieht man die Verteilung dieser Sympathien zu Rate, so hat die Uni Freiburg dennoch Sieger und Verlierer der Elefantenrunde ausgemacht: Auf die Frage, wer die Debatte gewonnen habe, antworteten 40,8 Prozent der Teilnehmer Armin Laschet (CDU), 33,1 Prozent Christian Lindner (FDP) und neun Prozent Michele Marsching (Piraten). Dass sich Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) durchsetzen konnte, fanden nur 8,2 Prozent. Die Kandidaten von Grünen, Sylvia Löhrmann, Linke, Özlem Alev Demirel, und AfD, Marcus Pretzell, erzielten laut Uni Freiburg weniger als drei Prozent.

Auch in der Bewertung der eigenen Anhänger konnten sich Laschet, Lindner und Marsching zum Teil erheblich verbessern, während Kraft, Löhrmann, Demirel und Pretzell zurückfielen. So verschlechterte sich Kraft auf einer Skala von +2 bis –2 von +1,61 vor der Diskussion auf +1,13 danach. Ein ähnliches Bild bot sich den Forschern, als sie die Wertungen jener Teilnehmer verglich, die sich vor Beginn der Debatte als unentschlossen bezeichnet hatten.

Hat das Debat-O-Meter, an dem sich insgesamt 514 Menschen beteiligten – darunter waren 89,1 Prozent in NRW wahlberechtigt –, nun Auswirkungen auf die konkreten Wahlabsichten der Teilnehmer? Offenbar schon, denn 46,5 Prozent jener, die sich zuvor als unentschlossen gezeigt hatten, gaben nach der Diskussion an, sie wollten die CDU wählen, 11,6 Prozent die FDP. Nach wie vor unsicher blieben 20,9 Prozent. Die restlichen 21 Prozent nannten eine der anderen fünf Parteien.