Kraft: Schere zwischen Arm und Reich bedroht Gesellschaft

Essen.  Ein weiteres Auseinanderstreben von Arm und Reich gefährdet nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Gesellschaft in Deutschland.
Ein Mann bettelt in einer Einkaufsstraße in Bremen. Foto: Ingo Wagner
							Foto: DPA
Ein Mann bettelt in einer Einkaufsstraße in Bremen. Foto: Ingo Wagner Foto: DPA

Diese Schere müsse wieder mehr geschlossen werden, sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende den Zeitungen der WAZ-Gruppe von Montag. "Sonst ist der Zusammenhang der Gesellschaft nicht zu gewährleisten." Die Politik könne mit Mindestlöhnen und "anständigen" Renten gegensteuern.

Kraft kritisierte auch einen schleichenden Werteverfall. Überall sei zu beobachten, "dass Respekt und Anstand verloren gegangen sind", sagte sie. "Unser Wertesystem wird allmählich ausgehöhlt, wenn wir nicht aufpassen." Angriffe auf Polizisten oder Rettungskräfte zum Beispiel habe es früher in diesem Maße und in dieser Brutalität nicht gegeben. Im Internet nehme die Verrohung schlimme Formen an. Kraft kritisierte auch eine "Geiz-ist-Geil-Mentalität". Im Fernsehen "finde ich viele Sendungen, in denen immer derjenige erfolgreich ist, der seine Ellenbogen am weitesten ausfährt", sagte Kraft.

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