In Städten darf mehr gefeiert werden

Kommt die Klangwelle zurück nach Bonn?

Am Lärm gescheitert: Die Klangwellen zogen Abend für Abend Tausende Menschen in die Bonner Innenstadt.

Am Lärm gescheitert: Die Klangwellen zogen Abend für Abend Tausende Menschen in die Bonner Innenstadt.

BONN/DÜSSELDORF. Ein am Dienstag in Kraft tretender Erlass der NRW-Landesregierung erlaubt Lärmüberschreitungen an 18 Tagen im Jahr. Ob die Klangwelle nun zurück kommt?

In den Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen darf künftig häufiger in der Öffentlichkeit gefeiert werden. Die Veranstaltungsplätze können durch einen neuen Erlass nun an 18 Tagen im Jahr für Volks- und Schützenfeste genutzt werden. Bisher war die Nutzung auf zehn Tage jährlich beschränkt.

Der Erlass der Landesregierung zum Freizeitlärm, der den Umgang mit sogenannten „seltenen Veranstaltungen“ regelt, tritt am Dienstag in Kraft. Zu diesen Anlässen können die Kommunen die Überschreitung der üblichen Richtlinien für die Lärmentwicklung genehmigen. Der Erlass sieht außerdem vor, dass die Veranstaltungen künftig nicht spätestens um Mitternacht enden müssen. An Wochenenden soll in Ausnahmefällen auch bis zwei Uhr früh gefeiert werden dürfen.

„Die Kommunen können Veranstaltungen flexibler zulassen“, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Montag. Die Landesregierung habe mit dem Erlass auf Wünsche der Städte und Gemeinden reagiert.

Remmel erwähnt ausdrücklich Situation in Bonn

Remmel erwähnte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Situation in Bonn. Nach Klagen einzelner Anwohner wegen zu hoher Lärmbelastung gegen die Klangwelle auf dem Münsterplatz waren die Veranstalter im Jahr 2014 mit ihrem Event nach Bad Neuenahr gezogen. Bei den zehn Klangwellen-Tagen hatten jeweils rund 100 000 Besucher die Bonner City besucht.

An den grundsätzlichen Regelungen zum Lärmschutz ändere sich durch den neuen Erlass nichts, betonte der Minister. Remmel empfahl den Verwaltungen von Städten und Gemeinden, ein jährliches Konzept für die geplanten Veranstaltungen vorzulegen und mit den Anwohnern zu besprechen. Bei der Genehmigung von Veranstaltungen müsse „die Wohnbebauung im Umfeld berücksichtigt werden“.

Veranstalter in Bonn sind froh über den Erlass, da es nun mehr Konzerte in der Stadt geben werde, sagte Martin J. Nötzel vom „Kunst!Rasen“ in der Rheinaue. „Das macht Bonn wieder attraktiver.“ Das sieht die Stadtverwaltung auch so, will aber erst einmal warten, bis die Details aus Düsseldorf vorliegen und dann prüfen, welche Möglichkeiten und Spielräume es gibt.

Nach Angaben von Vizestadtsprecher Marc Hoffmann möchte man auch die Klangwelle nach Bonn zurückholen. Veranstalter Hans-Joachim Fandel will aber keine Konkurrenz zu Bad Neuenahr aufbauen. An der Ahr sei man noch bis 2019 gebunden.