1,5 Millionen Analphabeten in NRW

Jeder dritte Arbeitslose kann nicht richtig lesen

DÜSSELDORF. Jeder dritte Arbeitslose kann nicht richtig lesen

Jeder dritte der 770.000 Arbeitslosen in NRW kann nicht richtig lesen und schreiben. Immerhin mehr als 14 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung verfügen maximal über den Stand eines Drittklässlers. Insgesamt gelten 1,5 Millionen Menschen in NRW als funktionale Analphabeten, die daran scheitern, ganze Sätze zu lesen und Texte zu erfassen. Die Initiative "Alphanetz NRW" findet sich mit der Notlage nicht ab: Volkshochschulen, Unternehmen, Schulministerium und Arbeitsagentur wollen das Thema "Analphabetismus" aus der Tabuzone herausholen und auch älteren Menschen das Schreiben näherbringen.

Am Weltalphabetisierungstag verständigten sich die Teilnehmer des vor einem halben Jahr gegründeten Bündnisses in Düsseldorf darauf, Betroffenen mehr individuelle Hilfen zu bieten. Bisher nehmen bundesweit gerade 20 000 der 7,5 Millionen Analphabeten an Kursen teil. Ulrike Kilp, Initiatorin des "Alphanetz NRW" vom Landesverband der Volkshochschulen, forderte mehr Fördermittel. Bisher müssen Betroffene ermäßigte Gebühren für Kurse zahlen. Da Lesekurse aber oft ein Jahr dauern und das richtige Schreiben meist erst nach drei Jahren beherrscht wird, können die Menschen das Geld oft nicht aufbringen. Peter Jäger von der Bundesagentur für Arbeit setzt auf Hilfspläne der Jobcenter.