22.558 Fälle im vergangenen Jahr

In NRW mehr Einweisungen unter Zwang

Düsseldorf. Die Zahl der Zwangseinweisungen in die Psychiatrie in Nordrhein-Westfalen ist seit dem Jahr 2000 um rund 30 Prozent gestiegen. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) gab es 2012 insgesamt 22.558 Verfahren zur Zwangseinweisung.

Von den bundesweit rund 1,2 Millionen Menschen, die jedes Jahr stationär in psychiatrischen Einrichtungen behandelt werden, werden mehr als zehn Prozent gegen ihren Willen in die Psychiatrie eingewiesen. Knapp 60 Prozent der Zwangsbehandelten sind Männer.

In der Antwort auf eine Anfrage der Piraten-Fraktion verwies Steffens darauf, dass 2011 in NRW 1501 "Beschwerden in Freiheitsentziehungs-, Unterbringungs- und betreuungsgerichtlichen Zuweisungssachen" eingereicht wurden.

Die Zwangseinweisung ist an die Genehmigung eines Richters gebunden. Zudem muss der Patient in einer Klinik versorgt werden. Ein zweiter Arzt soll die Notwendigkeit nach Möglichkeit bestätigen.

Im Oberlandesgerichtsbezirk (OLG) Köln gab es 2012 die meisten Verfahren zur Zwangseinweisung im Bereich des Landgerichts Köln (2536). Im Landgericht Aachen gab es 1980, in Bonn 1860 Verfahren auf Zwangsunterbringung.