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Wenn die Landesregierung die Kooperation von Wirtschaft und Hochschulen stärken und dies vor allem für die Entwicklungszusammenarbeit nutzen wolle, dann könne das die Gründung von kleinen und mittleren Unternehmen fördern. "Dieser Bereich fehlt in Afrika völlig", sagt der Wissenschaftler, der früher Geschäftsführer des Bonner Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) war.
Die Bereiche Wissenschaft und Wirtschaft bilden je ein Handlungsfeld in der Strategie, mit der nach Angaben von Ministerin Angelica Schwall-Düren (SPD) die entwicklungspolitischen Leitlinien der früheren CDU/FDP-Landesregierung von 2007 weiterentwickelt werden.
Die Bildung, das bürgerschaftliche Engagement und das Regierungshandeln sind die weiteren übergeordneten Themengebiete. Entwickelt wurde die Strategie in einem "Open-Government-Ansatz", also unter Beteiligung von mehr als 50 Institutionen, von Eine-Welt-Vereinen und vielen Bürgern, die auf einer Internetseite Vorschläge machen konnten.
Im März berät das NRW-Landeskabinett erstmals darüber, danach sind die Landtagsabgeordneten im Eine-Welt-Ausschuss an der Reihe, bis die endgültige Strategie beschlossen werden kann. Das Land wolle sein Engagement stärker konzentrieren und fokussieren, erklärte Schwall-Düren, die den Strategieentwurf jüngst bei der 3. Bonner Konferenz für Entwicklungspolitik vorstellte. "Richtig so", sagt Hochschul-Präsident Ihne, "das schützt vor Überhebung."
Nach den Worten der Ministerin sieht sich Nordrhein-Westfalen vor allem als Stimulierer, Koordinator und Moderierer von Prozessen. Bei Schwarz-Gelb sei es noch so gewesen, dass man sich selbst als Akteur betrachtet habe, der Entwicklungszusammenarbeit "umfassender, intensiver und zielgerichteter" betreiben wollte. Was ist neu? Schwall-Düren nannte Beispiele:
"Das ist für uns sehr ermutigend", meinte Hochschul-Präsident Ihne und fügte hinzu, bislang habe die Entwicklungspolitik die Rolle der Hochschulen kaum beachtet. "Das ändert sich jetzt."
Er gehe davon aus, dass Lehrstühle beibehalten und neue eingeführt werden, dass neue Studiengänge entwickelt und Hochschulpartnerschaften gefördert würden. Das allerdings wird kaum mit der Bereitstellung von zusätzlichem Geld einher gehen. Sagte die Ministerin doch, es gehe jetzt eher um Synergieeffekte und um Vernetzungen. Insgesamt stehen im NRW-Haushalt rund 6,3 Millionen Euro für die Entwicklungszusammenarbeit bereit.
Artikel vom 06.02.2012