Klimahilfe mit Sitz in Bonn

GIZ und UN retten das Klima von Bonn aus

Kinder spielen auf einem vom Meerwasser überflutetem Platz in Funafuti, der Hauptstadt von Tuvalu. Der nur 26 Quadratkilometer große Inselstaat ist einer der kleinsten der Welt.

Kinder spielen auf einem vom Meerwasser überflutetem Platz in Funafuti, der Hauptstadt von Tuvalu. Der nur 26 Quadratkilometer große Inselstaat ist einer der kleinsten der Welt.

BONN. Zwei weltweit operierende Organisationen mit Sitz in Bonn arbeiten künftig eng zusammen: Das UN-Klimasekretariat und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit wollen gemeinsam den Klimawandel zu bekämpfen.

Tuvalu ist für zwei Dinge bekannt: Zum einen für die Vergabe der Internet-Domain .tv, die besonders bei Fernsehsendern eine Zeit lang sehr beliebt war. Zum anderen dafür, dass der isolierte Inselstaat, dessen höchster Punkt fünf Meter über dem Meeresspiegel liegt, durch den klimawandelbedingten Anstieg der Wassermassen dem Untergang geweiht ist. Der Lebensraum der rund 11.000 Einwohner ist bedroht.

Auch wegen solch drastischer Fälle haben das UN-Klimasekretariat (UNFCCC) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), beide mit Sitz in Bonn, am Dienstag eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um in Regionen, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, gemeinsam effektiver arbeiten zu können.

UNFCCC-Generalsekretärin Patricia Espinosa ist kurz vor Unterzeichnung der Absichtserklärung aus Tuvalu zurückgekehrt und sagt: „Die Lage dort bricht einem das Herz.“ Trotz (oder gerade wegen) der großen Not und der Isolation (zweimal pro Woche überbrückt ein Flieger die zweieinhalb Flugstunden zwischen Tuvalu und dem Nachbar Fidschi), würden die Menschen dort besonders zusammenhalten.

Die erste Kooperation dieser Art

Doch durch Zusammenhalt lässt sich der Klimawandel nicht stoppen, für den die Menschen auf Tuvalu und anderen ähnlich betroffenen Regionen am wenigsten Verantwortung tragen. Daher haben UNFCCC und GIZ Felder identifiziert, auf denen Zusammenarbeit Sinn ergibt. „Wir wollen einen Unterschied machen für das Leben vieler Menschen“, sagt Espinosa. GIZ-Vorstandssprecherin Tanja Gönner ergänzt: „Die Kooperation ist eine große Ehre für uns. Wir bringen das Beste beider Organisationen zusammen.“

Vor dem Hintergrund, dass das auf der Weltklimakonferenz in Paris vereinbarte Zwei-Grad-Ziel in immer weitere Ferne rückt, sollen insbesondere vom Klimawandel betroffene, ärmere Staaten in die Lage versetzt werden, einerseits die in dem Abkommen vereinbarten Ziele zu erreichen, andererseits mit den Folgen des Klimawandels vor Ort besser umzugehen.

Die GIZ, ein Unternehmen des Bundes, bringt durch Fachleute Expertise in diese Regionen, das UNFCCC schafft künftig vor Ort den Rahmen für solche Treffen. So werden etwa die Länder Südostasiens in einem der regionalen Zentren zusammengeholt, um dort von der GIZ-Expertise zu profitieren und diese dann vor Ort in Maßnahmen umzusetzen. „Wir legen unsere Stärken zusammen, um ein höheres Ziel zu erreichen“, sagt Bernd-Markus Liss, der beim GIZ für Sektor- und Globalvorhaben zuständig ist. Die Kooperation ist die erste dieser Art, die das UNFCCC mit einer Organisation außerhalb der UN-Familie eingeht.