Elektronische Gesundheitskarte

Ein Foto ist Pflicht

BERLIN.  In diesen Wochen werden viele Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen erneut angeschrieben mit der Bitte, ein Foto von sich einzuschicken. Das Bild ist notwendig, um alle Versicherten mit der neuen elektronischen Gesundheitskarte auszustatten. Wer sich weigert, ein Foto zur Verfügung zu stellen, für den kann es teuer werden.

Wie die Techniker Krankenkasse (TK) in Nordrhein-Westfalen erklärte, sind Ärzte bei fehlender Versichertenkarte berechtigt, privatärztliche Rechnungen an die Patienten auszustellen. Der muss sich dann mit seiner Krankenkasse auseinandersetzen, was sie davon übernimmt.

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist aus Datenschutzgründen umstritten. Das Düsseldorfer Sozialgericht hatte im Sommer bestätigt, dass das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Versicherten durch die Karte nicht beeinträchtigt werde. Die Karte mit dem Foto ist gesetzlich vorgeschrieben. "Sie dient auch zum Schutz des Versicherten", so eine TK-Sprecherin, denn Nicht-Versicherte haben es so schwerer, sich bei einem Arzt unter falscher Identität behandeln zu lassen.

Bis Ende 2013 sollen alle gesetzlich Versicherten die neue E-Card in der Hand halten, so schreibt es der Gesetzgeber vor. Etwa 70 Prozent haben sie schon. Für Privatversicherte gibt es keine Vorgaben. Deshalb hatten sich die privaten Versicherer vor geraumer Zeit von dem Projekt verabschiedet.

Die wichtigste Neuerung ist der Mikroprozessor auf der Karte, der derzeit nur die Stammdaten wie Name, Adresse und Geburtsdatum des Versicherten speichert. "Alle anderen Anwendungen sind noch Zukunftsmusik", erklärt TK-Sprecherin Andrea Kleinbreuer. Geplant ist, dass später auch die Notfalldaten, Allergien, Medikamentenunverträglichkeiten, Rezepte und Arztbriefe gespeichert werden. Das ist aber kein Muss, die Speicherung darf jeder Versicherte verweigern.

Zukunftsmusik ist auch, dass die Krankenkassen die Stammdaten elektronisch aktualisieren können, sobald die Karte im Lesegerät des Arztes steckt. Dafür muss erst die Telematikinfrastruktur aufgebaut werden - ein elektronisches Netz, das alle Beteiligten im Gesundheitswesen verbindet. Allerdings gibt es noch nicht einmal ein Datum, wann die ersten Tests dafür beginnen sollen.

Abo-Bestellung

Leserfavoriten

Anzeige

Folgen Sie uns auf Google+