Joachim Gauck

Bundespräsident feiert mit afrikanischen Gästen

Berlin. Bundespräsident Joachim Gauck lauscht regungslos dem beeindruckenden Gesang der aus Ghana stammenden Berliner Popsängerin Ivy Quainoo. Anders seine Sitznachbarin, und afrodeutsche Stadträtin, Sylvie Nantcha (CDU), die mit den Füßen wippt.

Zu der Matinee "Afrika in Deutschland", anlässlich des 50. Jubiläums der Organisation für Afrikanische Einheit, hat der Bundespräsident Gäste wie Vertreter afrikanischer Staaten und afrodeutsche Bundestagskandidaten in das Schloss Bellevue geladen.

Er spricht darüber, dass viele Menschen mit afrikanischen Wurzeln in der deutschen Gesellschaft Diskriminierung erfahren. Dennoch betont er, dass diejenigen, die sich klar gegen Rassismus positionieren, die Mehrheit der Gesellschaft stellen. Deutschland sei, verstärkt durch den demografischen Wandel, auf Zuwanderer angewiesen: "Wer aber Zuwanderung braucht, darf sich nicht vor den Zuwanderern fürchten."

Mit Ironie sagt Gauck, dass der viel zitierte Migrationshintergrund ein "entzückendes Wort" sei, das so technisch und weit weg vom Menschen klingen würde. Unser Staat verbinde die Unterschiedlichen, die nach dem Gemeinsamen streben. In Deutschland könnten alle zu Hause sein, die bei unserem Grundgesetz zu Hause sein wollten.

Sylvie Nantcha, erste afrodeutsche Freiburger Stadträtin und als erste Afrodeutsche Landesvorstandsmitglied der CDU, hat meist gute Erfahrungen in Deutschland gemacht. Allerdings wurde sie auch rassistisch diffamiert und habe Drohbriefe nach ihrer Wahl Ende 2009 erhalten. "Trotz allem - aufgeben kam nicht in Frage", sagt sie. Sie beklagt, dass Migranten in der Politik unterrepräsentiert seien und man etwas dagegen tun müsse, wenn einem die repräsentative Demokratie wichtig sei.

Eine Sängerin aus Mali singt ein melancholisches Lied. Bundespräsident Joachim Gauck hört konzentriert zu. Danach offenbart er, dass er über ein Bürgerfest mit verschiedenen Kulturen nachdachte, als er dem Gesang zuhörte. Das werde er organisieren.