Kommentar zu Donald Trump

Beratungsresistent

Bleibt auf Krawall gebürstet: Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump.

Bleibt auf Krawall gebürstet: Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump.

Washington. Keine Besserung in Sicht: Die Auftritte des republikanischen Präsidentschaftskandidaten in Mexiko und in Arizona bestätigen das Bild Donald Trumps als Betonkopf.

Die Hoffnung auf eine Läuterung des Radikal-Populisten Donald Trump in der Einwanderungsfrage hat sich als irrig erwiesen. Zehn Wochen vor der Wahl in Amerika steht fest, dass der republikanische Präsidentschaftskandidat zu einer humanen, realistischen und vernunftbestimmten Lösung im Umgang mit rund elf Millionen Illegalen im Land nicht fähig ist.

Sein Doppel-Auftritt – erst beim mexikanischen Präsidenten Nieto, dann im Wahlkampf im grenznahen Arizona – bestätigt auf prekäre Weise das Bild, das der 70-jährige Bau-Unternehmer abgibt. Donald Trump ist ein beratungsresistenter Betonkopf, der ohne Scham binnen Stunden konträre Gesichter aufsetzt. Seiner Süßholzraspelei in Mexiko folgte in Phoenix die brachiale Anti-Einwanderer-Rhetorik, mit der Trump seit 16 Monaten nach Stimmen fischt. Die Vermutung, Trump würde sich angesichts dümpelnder Umfragenwerte mit milderen Forderungen gemäßigten Wählerschichten öffnen, war falsch. Die Angst, bei einer Aufweichung seines politischen Markenkerns die auf Krawall gebürstete Anhängerschaft zu verprellen, hat über die Notwendigkeit gesiegt, gefährliche Fantastereien aufzugeben.

Dazu zählt die angekündigte Ausweisung von Millionen Mitbürgern, die illegal über die Grenze gekommen sind, zum Teil seit zehn, 20 Jahren mit ihren Familien in den USA leben, Steuern zahlen und Recht und Gesetz achten. Schon aus Praktikabilitätsgründen ist dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt. Dass es der amerikanischen Volkswirtschaft schweren Schaden zufügen würde, steht unter Ökonomen außer Frage.