Möglicher Komplettumzug

An der Spree wäre ausreichend Fläche vorhanden

BERLIN.  Wie sich die Ministerien bereits heute auf einen möglichen Komplettumzug nach Berlin vorbereiten. Sicherheitsbehörden konzentrieren sich rund ums Kanzleramt.
Zwischen Bonn und Berlin unumstritten: Das Kanzleramt in der Bundeshauptstadt. Foto: dpa

In der Bundeshauptstadt wird weiterhin Druck gemacht, nach den Bundestagswahlen 2013 einen neuen Anlauf in Sachen Komplettumzug aller Ministerien zu unternehmen. Die Kapazitäten dafür seien vorhanden, lautet ein immer wiederkehrendes Argument. In den einzelnen Häusern sind jedenfalls auffallend häufig Leerstände in Gestalt von nicht genutzten Hotelzimmern zu verzeichnen.

Auffallend ist die Konzentration der Sicherheitsbehörden rund um das Kanzleramt. Der Neubau des Bundesinnenministeriums wird nur wenige hundert Meter von der Regierungszentrale errichtet. Defensiv geschätzte Kosten: 200 Millionen Euro. Die Fertigstellung soll im Jahr 2015 erfolgen. Dann wird auch der Neubau des Bundesnachrichtendienstes fertig sein - etwa ein Kilometer vom Kanzleramt entfernt. Das neue BMI hat in jedem Fall Raum für alle Mitarbeiter, von denen zur Zeit über 250 Mitarbeiter in Bonn und 1100 in Berlin arbeiten.

Der für das kommende Jahr geplante Einzug des Bildungsministeriums am Kapelle-Ufer ändere nichts daran, dass Bonn der erste Ministeriumssitz bleibt. Dort arbeiten 75 Prozent der Bildungsbeschäftigten. Allerdings unterliegen alle Absichtserklärungen dem Vorbehalt der Neubewertung durch die neue Ministerin, Johanna Wanka, wie in dem Haus betont wurde.

Vor knapp zwei Jahren hat das Umweltministerium seinen Sitz vom logistisch schlecht liegenden Alexanderplatz in ein Niedrig-Energiehaus in der Berliner Stresemannstraße verlegt. Dort sollen maximal 305 Arbeitsplätze entstehen. Zur Zeit arbeiten 209 Mitarbeiter in Berlin und knapp 500 in Bonn. Das Bundesverteidigungsministerium lässt eine Erweiterung des Bendlerblocks-Dienstgebäudes prüfen.

In Berlin sollen am ersten Sitz des Ministeriums 1000 Plätze entstehen.  Bisheriger Stand: 500 Mitarbeiter in Berlin und 2545 in Bonn. Schließlich ist das Bundesfamilienministerium bemüht, einen Erweiterungsbau für die Aufnahme von jetzt Bonn tätigen Mitarbeitern zu verwirklichen. "Berlin hat Platz genug für die Bonner Ministerien", titelte der Berliner Tagesspiegel jüngst. An den Bonn/Berlin-Vertrag erinnert sich kaum noch jemand.

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