"Rossebändiger" soll zurück auf Schlossplatz

Berlin.  Der Berliner Staatssekretär André Schmitz hat sich beim Wiederaufbau des Berliner Schlosses für eine historische Gestaltung der Außenanlagen ausgesprochen.
Die Skulpturen sind Werke Pjotr Clodts von Jürgensburg. Foto: S. Stache/Archiv Foto: DPA

Noch erhaltene Baudenkmäler wie der Neptunbrunnen und die "Rossebändiger" müssten unbedingt auf den Schlossplatz zurückgebracht werden, sagte der SPD-Politiker der Nachrichtenagentur dpa.

Der diese Woche gekürte Siegerentwurf zur Platzgestaltung müsse dies noch berücksichtigen, forderte Schmitz. Er stellte sich damit gegen die Linie von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, die eine Anhängerin der modernen Architektur ist.

Am Mittwoch war das Berliner Landschaftsarchitekten-Büro bbz als Sieger des Wettbewerbs für die Gestaltung des Schlossplatzes vorgestellt worden. Es soll sein Konzept für "den wichtigsten Platz Berlins" nach Wunsch des Preisgerichts in Aspekten aber noch weiterentwickeln.

Der jetzt umstrittene Neptunbrunnen ist einer der schönsten und ältesten Brunnen Berlins. Er war nach der Sprengung des Schlosses 1951 zunächst eingelagert worden und steht jetzt vor dem Roten Rathaus. Die beiden Figuren der Rossebändiger, ein Geschenk des russischen Zaren Nikolaus I., wurden während des Kriegs vom Schlossplatz verlagert und sind heute im Kleistpark aufgebaut.

Schmitz monierte, dass beim Wettbewerb zur Umfeldgestaltung eine kritische historische Rekonstruktion ausgeschlossen worden sei. "Es dürfen zumindest keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden, die eine spätere Rückführung des Brunnen unmöglich machen würden", verlangte er.

Die Grundsteinlegung für das Schloss ist für dieses Frühjahr geplant. Es soll unter dem Namen Humboldt-Forum ein modernes Kunst- und Kommunikationszentrum werden. Die Baukosten sind auf 580 Millionen Euro veranschlagt. Die Außenanlagen, nochmal etwa zwölf Millionen Euro teuer, sollen möglichst mit dem Schloss 2019 fertig sein.

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