Niederlande wollen neuen König mit Oranje-Fest begrüßen

Amsterdam.  Die Niederlande wollen ihren neuen König am 30. April mit einem riesigen Oranje-Fest begrüßen: Königin Beatrix nimmt dann nach 33 Jahren Abschied vom Thron.

Das neue Königspaar, Willem-Alexander und Máxima, soll sein Amt mit einem Volksfest beginnen. "Amsterdam wird ein unvergessliches Fest erleben", versprach der Bürgermeister der Hauptstadt, Eberhard van der Laan, am Dienstag. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Kronprinz Willem-Alexander wird Ende April in der "Nieuwe Kerk", der traditionellen Krönungskirche der Oranjes in Amsterdam, in sein Amt eingeführt. Die Krone wird dabei jedoch nur als Symbol seines Amtes neben Zepter und der niederländischen Verfassung auf einem Beistelltisch liegen. Auch einen Hermelinmantel wird er nicht tragen. Zuvor wird Königin Beatrix genau 33 Jahre nach ihrer Krönung im Palast in Amsterdam offiziell abdanken.

Aus aller Welt werden Tausende Gäste, unter ihnen Staatsoberhäupter und Vertreter des Hochadels, in Amsterdam erwartet. Dazu rechnet die Stadt mit Zehntausenden Touristen. Viele Hotels meldeten bereits, dass sie für den Krönungstag ausgebucht seien. In den Niederlanden ist die Zuversicht groß, dass Kronprinz Willem-Alexander seiner neuen Rolle als König gewachsen ist. 66 Prozent der Bürger hätten großes Vertrauen in ihn, ergab eine Umfrage des niederländischen Fernsehens. Der Prinz legte bereits alle anderen offiziellen Ämter nieder, so auch die Mitgliedschaft im Internationalen Olympischen Komitee.

Am Tag nach ihrer Abdankungsansprache wurde Königin Beatrix aus dem In- und Ausland mit Lob und Dank überschüttet. "Danke Majestät", titelte am Dienstag die Boulevardzeitung "De Telegraaf". Die Tageszeitung "De Volkskrant" würdigte die Monarchin als "Mutter des Vaterlandes". Die Zeitung "nrc.next" rief der Monarchin "Bye,Bye Bea" zu. Das niederländische Parlament sprach Beatrix seinen tiefen Respekt aus.

Auf ein Abschiedsgeschenk des Volkes verzichtet die Königin. Angesichts der finanziellen Probleme des Landes halte sie das nicht für angemessen, sagte Ministerpräsident Mark Rutte. Es solle ein "Volksfest" werden, versprach Rutte, doch in bescheidenem Rahmen. "Das heißt aber nicht, dass es nur ein Glas Saft gibt."

Mehr als 7,4 Millionen Niederländer hatten am Montagabend die Fernsehansprache ihrer Königin gesehen, in der Beatrix ihre Abdankung ankündigte. Die Zeitungen erschienen am Dienstag mit großen, oft orange gefärbten Sonderbeilagen, in denen sie auf die fast 33 Jahre dauernde Regentschaft der Königin zurückblickten. Künstler und Politiker aller Parteien lobten Beatrix' Einsatz.

"Die Königin war ein wertvoller Berater der Regierung", sagte der frühere sozialdemokratische Ministerpräsident Wim Kok. Der Chef des Elektronikkonzerns Philips, Frans van Houten, lobte ihren "fantastischen Verdienste" für die Wirtschaft des Landes.

Bundespräsident Joachim Gauck dankte Königin Beatrix für ihre Rolle bei der Aussöhnung zwischen Deutschland und den Niederlanden. Beatrix genieße in Deutschland hohes Ansehen und erfahre tiefe Zuneigung, schrieb Gauck.

"Die Aussöhnung zwischen unseren Ländern ist ihr ein zentrales Anliegen. Dabei hat Königin Beatrix stets eine besondere Offenheit und Sympathie für unser Land gezeigt", betonte Gauck und fügte hinzu: "Ich freue mich auf Begegnungen mit dem künftigen König und bin sicher, dass er die Freundschaft zwischen unseren Ländern im Sinne seiner Mutter weiter stärken wird."

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