Anschlag in Barcelona

Zwölf Tote und 80 Verletzte - Verdächtige festgenommen

17.08.2017 Barcelona. Ein Lieferwagen ist in Barcelona in eine Menschenmenge gefahren. Dabei sind zwölf Menschen getötet und mindestens 80 verletzt worden. Die Polizei hat zwei Verdächtige festgenommen.

Der Vorfall ereignete sich in den Ramblas, Barcelonas bekannter Flaniermeile. Der Lieferwagen ist 600 Meter auf der Rambla gefahren, bevor er vor dem Mosaik von Joan Miro stehen blieb. Bei dem Anschlag sind zwölf Menschen ums Leben gekommen, rund 80 weitere seien zum Teil schwer verletzt worden. Spanische Rettungskräfte haben die Menschen aufgefordert, sich von der Gegend fernzuhalten und die Rettungsarbeiten nicht zu behindern. Mehrere Krankenwagen sowie 20 Polizeifahrzeuge sind vor Ort.  Die IS-Terrormiliz hat laut ihrem Sprachrohr Amak den Terroranschlag für sich reklamiert. Einer „der Soldaten des Islamischen Staates“ habe die Tat ausgeführt, meldete Amak am Donnerstag im Internet unter Berufung auf nicht näher genannte Sicherheitsquellen.

Laut der spanischen Tageszeitung "El Pais" sei der Fahrer des Lieferwagens zu Fuß geflüchtet. Er soll ein Mann von etwa 1,70 Meter Größe sein und ein weißes Hemd mit blauen Streifen tragen, wie die Zeitung "El Periódico de Catalunya" berichtete. Naheliegende U-Bahn-Stationen und andere öffentliche Verkehrsmittel seien geschlossen worden, heißt es. Der spanische TV-Sender "TV3" berichtet zudem von einer Geiselnahme in einem Restaurant. Dies hat die Polizei mittlerweile dementiert, aber die Festnahme zweier Verdächtigen bestätigt. Offenbar wurde ein Verdächtiger bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet.

Bei dem weißen Lieferwagen, der für das Attentat benutzt wurde, soll es sich nach Medienberichten um ein gemietetes Fahrzeug gehandelt haben. Ein zweiter Lieferwagen, mit dem die Attentäter womöglich hätten fliehen wollten, sei nahe Barcelona gefunden worden, schreiben die katalanischen Zeitungen „La Vanguardia“ und „El Periódico de Catalunya“ unter Berufung auf die Polizei.

Augenzeugen berichteten, der Verkehr im Zentrum sei zusammengebrochen. Die Geschäfte auf den Ramblas hätten geschlossen und ihre Fensterläden heruntergelassen. Die Hintergründe waren zunächst völlig unklar.

Das Auswärtige Amt hat mittlerweile seine Sicherheitshinweise für Spanien aktualisiert. „Reisenden wird geraten, den Bereich weiträumig zu meiden, den Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge zu leisten und sich über die lokalen Medien zu informieren“, teilte das Auswärtige Amt am Donnerstagabend mit.

  (dpa)