Parkhaus in Düsseldorf

Wie ein Parkhaus gegen Falschparker vorgeht

Symbolfoto.

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DÜSSELDORF. In Parkhäusern geht es immer rücksichtsloser zu. Häufig blockieren große Autos zwei Parkbuchten. Ein Düsseldorfer Parkhaus weist die Benutzer am Eingang neuerdings daraufhin, dass ein solches Fehlverhalten teuer werden kann.

Giovanni Carnella kann die vielen Falschparker nicht mehr sehen, die mit ihren Autos absichtlich zwei Plätze belegen. „Das regt mich wirklich auf. Besonders, wenn das Parkhaus ohnehin schon voll ist und jede freie Lücke benötigt wird“, sagt Carnella, der seit sieben Jahren in einem großen Parkhaus in der Düsseldorfer Innenstadt arbeitet. Deshalb hat er nun an der Einfahrt direkt am Parkticketautomat ein Hinweisschild angebracht, auf dem vor dem Fehlverhalten gewarnt und darauf hingewiesen wird, innerhalb der Linien zu parken. Andernfalls werde es teuer: „Beim nächsten Mal werden zwei Stellplätze in Rechnung gestellt.“

Bislang finden sich solche Warnschilder erst in ganz wenigen Parkhäusern – wenn überhaupt, obwohl fast alle Betreiber mit diesem Problem zu kämpfen haben dürften. Beim Bundesverband Parken findet man die Idee mit den Hinweisschildern gut. „Dieses Falschparken ist derzeit ein großes Thema bei uns. Eine Patentlösung für das Problem konnten wir aber noch nicht finden“, sagt Geschäftsführerin Elisabeth Herles. In Bonn gebe es in einem Parkhaus XXL-Parkbuchten für größere Fahrzeuge, die aber auch mehr kosten würden. „Ob sich das durchsetzt, weiß ich nicht“, so Herles. Eine andere Möglichkeit wären Geräte, die Fahrzeuge vor der Einfahrt in die Parkhäuser abmessen – und ab einer gewissen Größe die Einfahrt verwehren.

Hauptgrund für die angespannte Lage in den Parkhäusern sind die Autos, die laut einer Studie des Bundesverbandes Parken in den vergangenen 20 Jahren deutlich größer geworden sind. Mittelklassewagen haben demnach durchschnittlich 30 Zentimeter an Breite zugelegt. „Und die sollen trotzdem alle in die Parkhäuser passen, die dafür gar nicht ausgelegt sind“, so Herles. Kritiker werfen den Betreibern hingegen immer wieder vor, aus wirtschaftlichen Gründen zu wenige Parkplätze für die heutigen Autos anzubieten. Denn je breiter die Buchten werden, desto weniger stünden davon in einem Parkhaus zur Verfügung, heißt es.

Den Betreibern sind weitestgehend die Hände gebunden. Abschleppen lassen sich Autos in Parkhäusern aufgrund der baulichen Gegebenheiten in der Regel nur in seltenen Fällen. Und selbst wenn das möglich ist, wäre der Aufwand dafür zu groß. Denn laut Straßenverkehrsordnung stellt dieses Fehlverhalten nur einen Verstoß dar, der mit zehn Euro Strafe belegt werden kann.

Ein Auto muss demnach aber immer grundsätzlich so geparkt werden, dass es andere nicht behindert – zum Beispiel beim E in- und Aussteigen. Auch Führer größerer Fahrzeuge hätten weiter die Pflicht, platzsparend zu parken. Ein Fachanwalt für Verkehrsrecht wies zuletzt in einem Interview mit der „Zeit“ daraufhin, dass es in Ausnahmefällen teilweise erlaubt sei, einen benachbarten Stellplatz mit einzunehmen, wenn ein vernünftiges Aus- und Einsteigen andernfalls nicht möglich sei. Das hätten zahlreiche Urteile bestätigt.

Giovanni Carnella ärgert sich nicht nur darüber, dass viele einfach zwei Parkplätze für sich beanspruchen. Fast noch mehr regt ihn die fehlende Einsicht der Parksünder auf, wenn er sie anspricht. „Da wird man auch noch beschimpft, wenn man sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam macht“, sagt er. Manchmal müsse er sogar aufpassen, nicht körperlich angegangen zu werden. „Die stellen sich mit ihren großen Autos ja auch ganz ungeniert auf Familienparkplätze, selbst wenn eine Mutter mit ihrem Kind daneben steht und was dagegen sagt. Diese L eute haben kein Benehmen“, sagt er. Von Jahr zu Jahr werde es schlimmer, der Umgangston rauer. Carnella wünscht sich, dass auch ein solches Fehlverhalten härter bestraft wird.