Kritik an Reihe "Menschen hautnah"

WDR nimmt Kreuzfahrt-Beitrag aus der Mediathek

Das Funkhaus des WDR in Köln.

Das Funkhaus des WDR in Köln.

20.03.2019 Köln. Der WDR hat nach kritischen Nachfragen von Zuschauern eine Reportage über Billig-Kreuzfahrten aus seiner Mediathek und von Youtube entfernt. Im Januar waren bereits drei Filme aus der WDR-Dokumentationsreihe „Menschen hautnah“ in die Kritik geraten.

In dem Film entstehe der Eindruck, dass der Reporter eine Innenkabine selbst bewohne, die zum Angebot einer günstigen Kreuzfahrt gehöre, erklärte der Sender in einem Statement unter den nicht mehr abrufbaren Videos. „Tatsächlich hat er in einer anderen Kabine übernachtet. Dies war der Redaktion leider nicht bekannt.“ Man könne die Kritik nachvollziehen und werde den Film nicht weiter veröffentlichen. Er war am 11. Februar auch im Fernsehen gezeigt worden. „DWDL.de“ hatte über den Fall berichtet.

Im Januar waren bereits drei Filme aus der WDR-Dokumentationsreihe „Menschen hautnah“ in die Kritik geraten. Unter anderem waren nach WDR-Angaben zwei Protagonisten über eine Website gewonnen worden, auf der Sender und Produktionsfirmen Komparsen und andere Mitwirkende für Fernsehsendungen suchen. Zudem gab es in den Filmen Fehler bei Jahreszahlen und Altersangaben. Chefredakteurin Ellen Ehni hatte erklärt, man werde bei „Menschen hautnah“ nun genauer hinschauen.

Nach Angaben des WDR läuft nun auch eine sorgfältige Überprüfung der Produktionen aus der Reihe „Ausgerechnet“. „Der WDR bedauert den falschen Eindruck, der in der Reportage entstanden ist“, erklärte der Sender am Dienstag in Köln. Die Redaktion habe der Produktionsfirma deutlich gemacht, dass sie die Darstellung im Film „Ausgerechnet Billigkreuzfahrt“ inakzeptabel finde. „Für die Fortsetzung der Reihe werden die Arbeitsabläufe in der Produktionsfirma überprüft und angepasst.“

Unter der Veröffentlichung des Films auf YouTube hatten User zahlreiche Kommentare gepostet. Darunter war auch die Beobachtung, dass der Reporter vermutlich nicht in einer Innenkabine geschlafen habe. (dpa)