Ist die Erde keine Kugel?

Verschwörungstheorien von der Erde, die eine Scheibe ist

Die Erde ist eine Kugel - oder doch nicht?

Die Erde ist eine Kugel - oder doch nicht?

Bonn. Verschwörungstheorien gibt es wie Sand am Meer. Eine Variante, die in den vergangenen Jahren eine Renaissance erlebt, ist die sogenannte Flat-Earth-Theorie.

Gemein haben Verschwörungstheorien in der Regel, dass ihre Postulate schwer bis gar nicht zu widerlegen sind, denn das macht ja schließlich eine gute Verschwörung aus.

Bei der Theorie der Flacherde, muss man allerdings schon eine beachtliche Erkenntnisresistenz gegenüber den empirischen Wissenschaften der vergangenen Jahrhunderte oder vielmehr Jahrtausende an den Tag legen. Immerhin hat mittlerweile selbst der Vatikan Galileo Galilei rehabilitiert und akzeptiert, dass wir auf einer Kugel leben, die durchs All rast.

Und dennoch: Ein 61 Jahre alter Amerikaner will sich an diesem Samstag mit einer selbstgebauten Rakete in die Luft schießen. Ziel der Aktion sei der Nachweis, dass die Erde eine Scheibe sei, schreibt Mike Hughes auf seiner Facebook-Seite.

 

Was besagt die Theorie?

Die Flat-Earth-Theorie besagt, dass unsere Erde keine Kugelform hat, sondern flach ist - die uns bekannten Kontinente also in einer geometrischen Ebene liegen. Im Zentrum dieser Ebene liegt der Nordpol, den Rand bildet die Antarktis, in Form einer riesigen ringförmigen Eiswand.

Teilweise wird auch viel Wert darauf gelegt, dass sich das "flach" nur auf die für uns sichtbare Oberfläche bezieht, also nicht gleichbedeutend mit einer Scheibenform der Erde ist - dies lässt unter anderem noch Raum für die Integration ähnlicher Theorien wie der von der Hohl-Erde, die von Reptilienmenschen bewohnt wird.

Argumentiert wird dabei gerne mit einfachen, bildhaften Beispielen. Z.B. mit Wasser, das sich bekanntermaßen gleichmäßig und flach ausbreitet. Über einen Ball gegossen, würde selbiges ja einfach an der Seite herunterlaufen, Gravitation gibt es nämlich nicht. Dass Dinge zu Boden fallen, erklären Flat-Earther mit einer sogenannten Universalbeschleunigung. Im Grunde befinden wir uns also in einem Aufzug, der permanent nach oben fährt.

Handlanger der dunklen Mächte, die diese Wahrheit verschleiern, sind erwartungsgemäß die Massenmedien, die als willfährige Erfüllungsgehilfen der Regierung die Bevölkerung verdummen.

Hauptfeind ist jedoch die Nasa in Kooperation mit allen anderen Weltraumagenturen. Die führen schließlich nicht nur seit Jahrzehnten mit gefälschten Fotos, Videos und Satellitenbildern die Menschen an der Nase herum, sondern sind darüber hinaus auch mit der Bewachung der Eismauer betraut, damit niemand auf die Idee kommt, über den Rand der Welt zu klettern.

Wer sind die Flat-Earther?

Die International Flat Earth Society ist eine kreationistische Organisation, die 1956 von Samuel Shenton is Leben gerufen wurde. Vorgänger war eine Mitte des 19. Jahrhunderts vom Engländer Samuel Rowbotham gegründete Bewegung, die die Überzeugung vertrat, verschiedene Stellen in der Bibel würden aussagen, die Erde sei flach.

Auch heute sind viele Anhänger der Theorie religiös motiviert, betrachten die Bibel als unfehlbares Wort Gottes und somit als zuverlässige Quelle für die Beschreibung der Welt.

Die Ideen von Rowbotham wurden auch in den USA von einzelnen Kirchen aufgenommen, im Jahre 1971 übernahm der Texaner Charles K. Johnson die Präsidentschaft der Gesellschaft bis zu seinem Tod 2001.

Nachdem sie anschließend etwas eingeschlafen zu sein schien, erlebt die Bewegung in letzter Zeit eine erstaunliche Renaissance. Die Organisation wirbt seit einigen Jahren wieder aktiv auf ihrer Webseite um Mitglieder und die größte entsprechende Facebook-Gruppe hat beinahe 90.000 Fans.