Landwirte in Südfrankreich

Touristen zertrampeln Lavendelfelder für Instagram

Wenn man den Lavendel nach seiner Blüte beschneidet, kann sich ganz einfach Stecklinge ziehen.

Lavendel blüht von Juni bis August in der französischen Provence.

Valensole. Die Lavendelfelder im Süden Frankreichs sind für viele Instagram-Nutzer ein beliebtes Bildmotiv. Lokale Landwirte kritisieren jedoch die mangelnde Rücksicht der Fotografen.

Von Juni bis August verwandeln sich die Felder der französischen Provence in ein lilafarbenes Meer aus Lavendelblüten. Die Pflanze gilt als Sinnbild der Region und bietet für viele Fotografen ein beliebtes Motiv. Auch Instagram-Nutzer haben den Wert des Motivs für sich erkannt - Über 169.00 Fotos finden sich unter dem Hashtag "lavenderfields".

Doch die Lavendelbauern haben genug von Touristen, die ihre Felder zertrampeln. Viele seien unachtsam und rücksichtslos, oder würden sogar den Lavendel pflücken, erzählt ein Lavendelbauer in einem Interview mit dem Fernsehsender France 3. Immer mehr Menschen würden die Lavendelfelder besuchen, um Fotos zu machen und die Pflanzen dabei beschädigen. Laut France 3 würde das Lavendelgeschäft den Bauern in der Region die Lebensgrundlage sichern und viele Arbeitsplätze seien davon abhängig. Die Felder sind Privatbesitz der Lavendelbauern. Um sich gegen den Ansturm an respektlosen Touristen zu wehren, haben die Bauern sogar ein Plakat aufgehängt.

Auch der britische Fotograf Paul Reiffer kritisierte auf Twitter den mangelnden Respekt einiger "Möchtegern-Influencer" in der Provence und warf ihnen vor, sich "egoistisch und unhöflich" zu verhalten. Viele Fotografen würden Leitern und ganze Gaderoben in die Felder schleppen, um das perfekte Bild zu schießen. Außerdem würden parkende Autos die Straßen für den normalen Verkehr blockieren.

Bald sorgt die Natur übrigens selbst für ein Ende des Instagram-Tourismus. Spätestens im September endet die Blütezeit der Lavendelsträucher.