Dächer abgedeckt

Tornado beschädigt Häuser in der Eifel

14.03.2019 Roetgen. Es war womöglich ein Tornado, der in dem kleinen Ort Roetgen Dächer abgedeckt und die Bewohner erschreckt hat. Zwei Häuser haben kein Obergeschoss mehr. Zum Glück gab es nur einen Leichtverletzten.

Der Tornado in der Eifelgemeinde Roetgen hat nach Angaben des Kommunalverbandes 35 Häuser und zwei Lagerhallen beschädigt. Zehn Häuser seien derzeit nicht bewohnbar, bei zweien davon seien die Dächer „komplett abgerissen“ worden. „Die Feuerwehr ist durch sämtliche Häuser in den betroffenen Straßen gegangen“, sagte ein Sprecher der Städteregion Aachen am Donnerstag. Die anderen Gebäude wurden leicht bis mittelschwer beschädigt. Zur Schadenshöhe konnte der Kommunalverband zunächst keine Angaben machen. Der Tornado war am Mittwoch durch den Ort an der Grenze zu Belgien gefegt, fünf Menschen wurden leicht verletzt.

Am Donnerstag begannen das Aufräumen und die Reparatur der beschädigten Häuser. „Die Hauseigentümer werden ihre Schäden begutachten, vielleicht kommen auch schon Versicherungen“, sagte der Roetgener Bürgermeister Jorma Klauss (SPD).

„Er ist durchgefegt, kurz und heftig“, beschrieb der Feuerwehr-Sprecher das Naturereignis. Der Sturm habe sich danach schnell wieder verzogen. Schäden gebe es relativ konzentriert an zwei Straßen. Auch im Umland seien aber Bäume umgefallen. Durch umherfliegende Teile wurden Autos beschädigt.

In der Grundschule in Roetgen war am Mittwochabend eine Betreuungsstelle eingerichtet worden. Die Feuerwehr schätzte, dass etwa 30 Menschen vorübergehend eine andere Unterkunft brauchten. Viele Menschen seien aber für die Nacht bei Bekannten untergekommen, berichtete der Bürgermeister. Außerdem habe ein Roetgener Hotelier für die Betroffenen kostenlos seine Zimmer angeboten. „Der Zusammenhalt ist mal wieder toll in unserer Gemeinde.“

Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit mehr als 200 Kräften im Einsatz. Hinzu kamen rund 30 Polizisten. Der Deutsche Wetterdienst bestätigte, dass ein Gewitter über die Eifel gezogen sei. Ob der Sturm als Tornado einzustufen sei, müsse noch geprüft werden, sagte eine DWD-Meteorologin. Auf einem Video, das der WDR via Twitter verbreitete, ist zu sehen, wie eine deutlich erkennbare Windhose über den Ort zieht.

Unter Tornados verstehen Wetterkundler des Deutschen Wetterdienstes eine Luftsäule mit Bodenkontakt, die um eine mehr oder weniger senkrecht orientierte Achse rotiert und sich dabei unter einer tiefen Wolkenbasis befindet. Weitere Voraussetzungen für das Entstehen sind laut DWD starke Temperaturgegensätze, aufsteigende Luft und vertikale Windscherung, also die Zunahme der Windgeschwindigkeit. 2018 hatte der DWD deutschlandweit 17 nachgewiesene Tornado-Ereignisse registriert, davon 4 in NRW.

Die Dunkelziffer ist hoch, da Tornados nur durch Augenzeugen bestätigt werden können. Außerdem entstehen sie unvorhersehbar innerhalb weniger Minuten und sind oft ebenso schnell vorüber. Jeder Tornado ist gefährlich: Es kann dabei immer Todesopfer geben, warnen die Experten. (dpa)