Neue App fürs Smartphone

Statt Pokémon werden jetzt Heilige gefangen

Das Spiel "Follow JC Go" gibt es für Apple- und Android-Geräte

Das Spiel "Follow JC Go" gibt es für Apple- und Android-Geräte

Bonn. Pokémon Go trifft auf die katholische Kirche. Bei dem Spiel „Follow JC Go“ werden keine virtuellen Monster, sondern Heilige und Figuren aus der Bibel gejagt; und das mit päpstlichem Segen.

Wo hat sich Petrus bloß versteckt? Hast du schon Maria gefunden? Josef ist mir schon wieder entwischt. Gut möglich, dass solche Sätze bald auf Straßen und Plätzen zu hören sind. Wenn, dann liegt das an „Follow JC Go“. Das „JC“ steht in diesem Fall für „Jesus Christus“, und dahinter verbirgt sich ein Spiel für Smartphones.

Angelehnt ist es an das bekannte Spiel „Pokémon Go“. Dabei werden über das Handy virtuelle Monster in die reale Umgebung eingeblendet, auf dass der Spieler sie fangen kann. Bei „Follow JC Go“ geht es nun wahrhaft himmlisch zu. Statt Monster gilt es, sich Heilige und Figuren aus der Bibel zu schnappen. Nebenbei soll auch religiöses und biblisches Wissen vermittelt werden. Entwickelt wurde die App im Auftrag der Ramón-Pané-Stiftung mit Sitz in Florida.

Bislang ist sie nur auf Spanisch verfügbar, weitere Sprachen sollen aber folgen. Wie das in der Regel gut unterrichtete katholische Internetmagazin „Crux“ berichtet, soll die Entwicklung der App 500.000 Dollar gekostet haben. 43 Grafiker, Entwickler, Theologen, Bibelexperten und Kirchenhistoriker sollen demnach seit August 2016 rund 32.000 Stunden Arbeit in das Spiel investiert haben. Der Einsatz hat sich offenbar gelohnt. Schließlich berichten „Crux“ und die italienische Zeitung „Corriere della Sera“, dass Papst Franziskus höchstpersönlich dem Spiel nach einer Präsentation seinen Segen erteilt haben soll.

Ob man bald auch den Papst und die Kardinäle durch Rom auf der Jagd nach den virtuellen Versionen von Adam, Eva, Noah oder Augustinus eilen sieht, ist eher fraglich. Wobei: Immerhin twittert der Papst ja auch – und schnappt sich vielleicht bald einen Vorgänger, etwa Johannes Paul II.