19-jährige Bonnerin missbraucht

Sexueller Übergriff im Fanzug beschäftigt die Landespolitik

Bonn/Mönchengladbach. Der mutmaßliche sexuelle Übergriff auf eine 19-jährige Bonnerin in einem Fanzug schlägt nun auch politische Wellen. Die SPD-Fraktion des Landtages wirft dem Justizministerium Versäumnisse vor.

Die Vorfälle rund um den mutmaßlichen sexuellen Übergriff in einem Sonderzug voller Fans von Borussia Mönchengladbach ist jetzt auch Thema im Rechtsausschuss des NRW-Landtags. Der Mann, der in dem Sonderzug in der Nacht zu Sonntag eine junge Frau sexuell missbraucht haben soll, war bereits im November letzten Jahres wegen einer Vergewaltigung rechtskräftig verurteilt worden. Die Ladung zum Haftantritt durch das zuständige Amtsgericht in Mönchengladbach war jedoch noch nicht erfolgt.

Als Grund wurde eine Vielzahl von Kostenanträgen der Anwälte genannt, "die es zu bearbeiten galt". Daher sei die Verfahrensakte bis zur Anforderung durch die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach am Dienstag, 17. April, beim Amtsgericht verblieben. Das Landgericht Mönchengladbach hatte bereits Fehler eingeräumt. Es erklärte in einer Stellungnahme, "dass nach vorläufiger Bewertung dieser Abläufe bei der Bearbeitung der Akte durch das Amtsgericht falsche Prioritäten gesetzt wurden".

Hier setzt die Kritik der SPD-Fraktion im Landtag NRW an. Die rechtspolitische Sprecherin Lisa Kapteinat sagte dem General-Anzeiger, dass hier ein Versagen des Gerichts mutmaßlich mit fatalen Folgen für das 19-jährige Opfer vorliege, falls sich der Verdacht bestätige, dass es sich um ein und denselben Täter handele.

"Die Antworten des Justizministeriums im Rechtsausschuss am Mittwoch reichen keinesfalls aus. Wir fordern daher kurzfristig einen umfassenden Bericht zu dem Fall", so Kapteinat weiter. Zudem müsse der Justizminister langfristig sicherstellen, dass "solch ein Versagen der Justizbehörden wie in dem Fall des mutmaßlichen Fanzug-Vergewaltigers sich nicht wiederhole".

Kapteinat kritisierte in diesem Zuge insbesondere NRW-Justizminister Peter Biesenbach: "Wer die Parole 'Null Toleranz gegen Straftäter" ausgibt, der muss auch schnell liefern."

Die für den 9. Mai terminierte Sitzung des Rechtsausschusses ist für die NRW-Regierung die nächste Gelegenheit, um das Parlament umfassend über die genauen Hintergründe zu dem Fall zu informieren.