Charakter-Darstellerin

Promi-Geburtstag vom 16. Oktober 2018: Corinna Harfouch

Corinna Harfouch 2017 in Frankfurt am Main bei der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises.

Corinna Harfouch 2017 in Frankfurt am Main bei der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises.

16.10.2018 Berlin. Die von Corinna Harfouch im Film und auf der Theaterbühne gespielten Figuren fesseln den Zuschauer mit ihrem Temperament, ihrer Leidenschaft und Tiefgründigkeit.

Harfouch verkörpert oft gebrochene Charaktere in tragischen Geschichten. In "Was bleibt" von Hans-Christian Schmid war sie eine depressive Ehefrau und Mutter, die ihre Medikamente absetzen will.

In "Im Winter ein Jahr" von Caroline Link sieht der Zuschauer sie als unnahbare und souverän wirkende, tatsächlich aber unsäglich trauernde Mutter, die ihren geliebten Sohn verloren hat.Im düsteren Ensemble-Film "Finsterworld" von Frauke Finsterwalder spielt sie eine elitäre Mutter und Ehefrau. An diesem Dienstag (16.10.) feiert die Schauspielerin ihren 64. Geburtstag.

Neben dem Film ist das Theater seit Jahrzehnten Harfouchs zweites Standbein. Furore machte sie an der Berliner Volksbühne in Zuckmayers "Des Teufels General" in der Regie von Frank Castorf. Für ihren Part als Fliegergeneral Harras wurde sie mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring ausgezeichnet. Vor stets ausverkauftem Haus lieferte sie sich am Deutschen Theater Berlin in Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" einen Ehekrieg mit Ulrich Matthes.

Der Einstieg in die Schauspielerei wurde der heute auf dem Land in Brandenburg lebenden Harfouch nicht leicht gemacht. Nach dem Abitur in der DDR wurde sie an der Schauspielschule zunächst abgelehnt. Daraufhin machte sie eine Lehre als Krankenschwester, studierte Textiltechnik, um dann schließlich doch 1978 an der Hochschule für Schauspielkunst Berlin zu landen. In der Hauptstadt bekam sie auch ihre ersten Theaterengagements.

Schon zu DDR-Zeiten wurde ihr Können mit Preisen gewürdigt. Kritik und Publikum überzeugte sie mit Filmen wie "Die Schauspielerin" von Siegfried Kühn und "Treffen in Travers" von Michael Gwisdek. Als sie Gwisdek 1985 heiratete, hatte Corinna Harfouch bereits ihre erste Ehe mit einem syrischen Informatiker hinter sich.

Einen Tag nach ihrem Geburtstag steht die Schauspielerin wieder auf der Bühne: In der Weltraumoper "Leben auf der Baldrianrakete" ihres heutigen Lebensgefährten Wolfgang Krause Zwieback, die am 17. Oktober in Bonn Premiere feiert.

Um das Älterwerden wird nach Ansicht von Harfouch zu viel Aufhebens gemacht. "Altern ist eine Selbstverständlichkeit. Und deshalb sollte man sich angemessen damit arrangieren", so Harfouch im aktuellen 3sat-"TV-& Kulturmagazin".

"Natürlich bin ich Schauspielerin und versuche, mich in jeden Menschen hineinzuversetzen. Und das Altern scheint ja jetzt so ein Massenproblem - vielleicht ein Modeproblem - zu sein", so Harfouch. "Trotzdem nervt mich allzu viel Gerede darüber. Ich kann mit der ganzen Diskussion nichts anfangen." (dpa)