85-Jähriger ruht sich an Haltestelle aus

Ordnungsamt zieht Bußgeld für dementen Senior zurück

Symbolbild

Düsseldorf. Das Schreiben des Ordnungsamtes Düsseldorf sorgte für Aufsehen. Darin wurde ein dementer Senior aufgefordert, Bußgeld zu zahlen, weil er sich acht Minuten lang an einer Haltestelle ausgeruht hatte. Nun entschuldigt sich das Amt.

Ein Schreiben sorgte am Sonntag für Empörung in den sozialen Netzwerken: Das Ordnungsamt Düsseldorf forderte von einem dementen und herzkranken Mann Bußgeld in Höhe von 35 Euro, weil er die Bushaltestelle Friedrich-Ebert-Straße "als Ruheplatz genutzt habe". Der 85-Jährige ging um die Mittagszeit mit seinem Hund spazieren und setzte sich dann für acht Minuten an die Bushaltestelle, ohne diese "im Rahmen ihrer Bestimmung für öffentliche Verkehrszwecke" zu nutzen.

Das Ordnungsamt schickte dem Mann eine schriftliche Verwarnung nach Hause, woraufhin ein sozialer Betreuer der Familie das Schreiben in den sozialen Medien veröffentlichte. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Deutschlandweit beschwerten sich Nutzer über das Verhalten des Ordnungsamtes.

 

Wie die Rheinische Post berichtet, wurde am Montagmorgen die Echtheit des Schreibens bestätigt. Im selben Zug entschuldigte sich die Stadt Düsseldorf bei dem Rentner. Die 35 Euro müsse der 85-Jährige ebenfalls nicht mehr zahlen. Christian Zaum, Ordnungsdezernent der Stadt Düsseldorf, hätte sich "in diesem konkreten Fall mehr Fingerspitzengefühl gewünscht". Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben die Demenz des Mannes nicht erkannt und ihn in letzter Zeit wohl schon häufiger darauf aufmerksam gemacht, dass die Häuschen an den Haltestellen grundsätzlich den wartenden Gästen zur Verfügung stehen.

Das Ordnungsamt führt regelmäßig, besonders in der Nähe des Bahnhofes, Kontrollen durch, um die Sitzplätze freizuhalten. Knöllchen für das Sitzen an Haltestellen, ohne die ÖPNV zu nutzen, gibt es in Düsseldorf jährlich einige.