Angst vor Terror nach Barcelona-Attentat Mallorca schützt Touristen und Bewohner mit Betonbarrieren

In Palma de Mallorca sind aktuell so viele Touristen, wie nie zuvor. Auch um sie vor Anschlägen zu schützen, wurden nun die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Palma de Mallorca. Nach dem Attentat in Barcelona mit mindestens 13 Todesopfern wurden auf Mallorca die Sicherheitsvorkehrungen verschärft - auch am "Ballermann".

Am Freitag wurden in der Inselhauptstadt Palma de Mallorca Betonbarrieren in der Fußgängerzone des Zentrums installiert. Die schweren Lkw-Barrieren sollen Einheimische und Touristen auf der beliebten Plaça de la Porta Pintada, der Plaça d'Espanya und auf der Einkaufs- und Flaniermeile Sant Miquel vor Anschlägen mit Last- oder Lieferwagen schützen.

Betonbarrieren und Blumenkübel aufgestellt

Wie die Stadt Palma mitteilte, wurden an der Plaça d'Espanya und in der Einkaufsstraße Sant Miquel zudem schwere Blumenkübel so positioniert, dass kein größeres Fahrzeug auf die beliebte Flaniermeile fahren kann. Auf dem Borne-Boulevard sei die Position bereits vorhandener Blumenkübel angepasst worden. Zudem wurde die Polizeipräsenz auf den Straßen Mallorcas erhöht.

Die Regierung in Palma habe damit auf eine Anordnung des spanischen Innenministeriums reagiert, heißt es von der Stadt. Aufgestellt würden jene Barrieren, die in der Vergangenheit schon bei großen Veranstaltungen wie dem Dreikönigsumzug oder Konzerten zum Einsatz gekommen waren, berichten spanische Medien und berufen sich dabei auf offizielle Informationen. In Spanien gilt weiterhin die zweithöchste Terrorwarnstufe.

Mehr Sicherheit auch für den "Ballermann"

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen sind auch für die Playa de Palma rund um den "Ballermann" geplant. Konkret soll die Sicherheit an der Schinkenstraße, dem Hotsport des deutschen Party-Tourismus, überprüft werden. Dort war bereits vor einigen Wochen aus Sicherheitsgründen die Fahrtrichtung geändert worden.

Und das nicht ohne Grund: Denn Ende Juni war auf Mallorca ein mutmaßlicher IS-Terrorist festgenommen worden, der auf dem Rathausplatz der Stadt Inca Passanten mit Messern angreifen wollte. Möglichst viele Menschen wollte Abdelkaer Mahmoudi, so offenbar sein Plan, bei dem Angriff verletzen und töten. In Manuskripten und Textnachrichten auf Smartphones hatte der Mann aus Inca seine Absichten schriftlich festgehalten. "Abdelkader Mahmoudi hat zugegeben, dass er ein 'Märtyrer' werden wollte“, so ein spanischer Ermittlungsrichter. Für wann genau der Anschlag auf dem zentralen Platz der drittgrößten Stadt der Insel geplant war, ist bisher nicht bekannt.

Knapp 40 Prozent mehr Polizisten im Einsatz

Die Regierung von Mallorca hatte kurz nach der Festnahme versichert, dass die Insel freilich sicher sei und kein Urlauber beunruhigt sein müsse. Für dieses Sicherheitsgefühl hatte man auch gleich mehr Polizisten auf die Straßen geschickt. "Wir haben in den Touristenzentren mehr Polizisten als je zuvor", hieß es aus dem Rathaus in Palma. Laut der Chefin der Polizei- und Sicherheitsbehörden, Maria Salom, sei die Zahl der Sicherheitskräfte auf den Balearen in diesem Sommer um 36,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöht worden sein. Das betreffe neben Touristenzentren auch Flughäfen, Häfen, Großevents und Hotels. "Diese Maßnahmen gelten ganz allgemein der Sicherheit der Besucher und der Einheimischen, dienen aber natürlich auch der Terrorprävention", hieß es zur Begründung.

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