Kulturgut aus der Kanalisation

Londoner Museum zeigt Überbleibsel vom Riesenfettberg

Ein Teil des riesigen Fettbergs, der einen Abwasserkanal in Whitechapel verstopft. Drei Wochen soll es dauern, bis das unappetitliche Gebilde abgetragen und fachgerecht entsorgt ist.

Ein Teil des riesigen Fettbergs, der einen Abwasserkanal in Whitechapel verstopft. Drei Wochen soll es dauern, bis das unappetitliche Gebilde abgetragen und fachgerecht entsorgt ist.

09.02.2018 London. Ein 250 Meter lange Koloss aus Windeln, Wischlappen, Kondomen und hartem Kochfett hatte im Herbst 2017 einen Londoner Abwasserkanal verstopft. Jetzt kommen Reste davon ins Londoner Stadtmuseum.

Ein kleiner Rest des monströsen Londoner Fettbergs aus dem vorigen Herbst ist von Freitag an im Stadtmuseum der britischen Hauptstadt zu sehen. Der Fettberg aus der Kanalisation im Stadtteil Whitechapel wog 130 Tonnen. Das entspricht dem Gewicht von über zehn Doppeldeckerbussen oder einem Blauwal.

Twitter-Nutzer tauften den Koloss in einer Online-Umfrage „Fatty McFatberg“ und verwiesen damit auch Vorschläge wie „Fat the Ripper“ auf die hinteren Ränge. Ein Großteil der Masse soll außerdem in bis zu 10.000 Liter umweltfreundlichen Kraftstoff umgewandelt werden und nach insgesamt drei Wochen weg sein. „Er mag ein Monster sein, aber der Whitechapel-Fettberg verdient eine zweite Chance“, scherzte der Verantwortliche für Abwassersysteme bei Thames Water, Alex Saunders.

Das eigentliche Problem sei das stetige Bevölkerungswachstum und die immer „fettigeren Essensgewohnheiten“ der Großstädter. So sei es kein Zufall, dass die meisten Fettberge in belebten, von Gastronomie durchzogenen Vierteln entdeckt werden. „Wir essen heutzutage gerne viel und fettig - und im schlimmsten Fall wischen wir uns danach den Hintern mit Feuchtpapier ab.“

Auch in Deutschland gibt es das Phänomen, allerdings nicht in dem Ausmaß wie in der britischen Hauptstadt. Das Überbleibsel von „Fatty McFatberg“ ist bis Juli im Museum zu sehen. (dpa)