Volles Gehalt, ohne zu arbeiten

Jobausschreibung fürs Nichtstun verblüfft in Schweden

Frühling und Liebe gehören zusammen.

Symbolbild.

Bonn. Morgens an der Stechuhr anmelden und abends wieder abmelden. Dazwischen kann man machen, wozu man Lust hat, bei vollem Gehalt. So sieht eine aktuelle Stellenbeschreibung im schwedischen Göteborg aus - und das ist kein Witz.

In Schweden wirbt eine Jobausschreibung dafür, nichts zu tun. Das Ganze ist kein Witz, sondern hat einen ernsthaften Hintergrund. Im Rahmen eines Kunstprojektes für einen neuen U-Bahnhof "Korsvägen" im schwedischen Göteborg ist aktuell ein Job ausgeschrieben, der verblüfft. Der Clou dabei: Derjenige, der den Zuschlag erhält, hat keinerlei Arbeits-Verpflichtungen. Er muss sich lediglich an jedem Arbeitstag an einer Stechuhr am besagten U-Bahnhof anmelden und abends wieder abmelden. Dazwischen kann er tun und lassen, was er möchte.

Der Vollzeitjob ist für jedermann - auch Nicht-Schweden - ausgeschrieben und mit umgerechnet 2046 Euro monatlichem Bruttogehalt dotiert. Zudem wird das Gehalt regelmäßig auf die schwedischen Tarifentwicklungen im öffentlichen Dienst angepasst. Die Anstellung wird darüber hinaus unbefristet sein, es gibt einen im öffentlichen Sektor festgelegten Urlaubsanspruch sowie eine entsprechende Altersvorsorge, und es gelten die üblichen Kündigungsfristen. Besondere Qualifikationen sind laut Stellenausschreibung nicht erforderlich.

Kunstprojekt soll zum Nachdenken anregen

Hinter dieser ungewöhnlichen Jobausschreibung steht ein Kunstprojekt mit dem Titel "Eternal Employment" (Redaktion: Ewiger Arbeitsplatz). Das Kunstwerk will die Menschen dazu anregen, über Alternativen zu den zur Zeit üblichen und praktizierten Ansichten von Arbeit und Arbeitnehmern nachzudenken. Dazu solle eine Arbeit ohne Verantwortung, Aufgaben und Zielen beitragen, so die verantwortlichen Künstler Jakob Goldin und Simon Senneby.

Finanziert wird das Projekt über ein Budget in Höhe von umgerechnet rund 570.000 Euro, das das schwedische Verkehrsministerium und die örtliche Behörde für Kunst im öffentlichen Raum in einem Ideenwettbewerb in Aussicht gestellt hat. Goldin und Senneby setzten sich mit ihrer Idee des Jobs zum Nichtstun durch.