Zeitumstellung

Empörung über Idee zu späterem Schulbeginn

Wollen Eltern ihre Kinder auf eine andere Grundschule schicken als vorgesehen, dann müssen sie in ihrem Antrag gute Gründe nennen können.

Symbolbild

25.03.2019 Brüssel. Die Idee der EU-Kommission für veränderte Schulbeginnzeiten im Falle der Abschaffung der Zeitumstellung hat einige Aufregung ausgelöst.

„Das ist ein völlig unsinniger Vorschlag. Er ist im Alltag überhaupt nicht praktikabel“, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, den Zeitungen der Funke-Gruppe. „Für berufstätige Eltern würde es schwer, weil Schulbeginn und Berufsbeginn zeitlich nicht mehr zusammen passen würden. Das stürzt die Familienlogistik am Morgen ins Chaos.“

Die EU-Kommission hatte im vergangenen Jahr vorgeschlagen, die halbjährliche Zeitumstellung abzuschaffen. EU-Staaten sollten selbst entscheiden können, ob sie dauerhaft Sommer- oder Winterzeit haben wollen.

Die Brüsseler Behörde gehe davon aus, dass Fußgänger und Radfahrer im Straßenverkehr während dunkler Morgen- beziehungsweise Abendstunden stärker gefährdet seien, schrieb EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc nun in einer Antwort auf eine Anfrage eines EU-Parlamentariers, die am Montag der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Auf nationaler Ebene seien verschiedene Maßnahmen denkbar, um das Risiko im Straßenverkehr während dunkler Stunden zu reduzieren, schrieb Bulc weiter. Dazu zähle die Anpassung der Anfangs- und Endzeiten der Schulaktivitäten. Kinder könnten außerdem dazu angehalten werden, mehr Lichtreflektoren zu nutzen.

„Die Schulen müssten (...) flächendeckend auf verpflichtenden Nachmittagsunterricht umstellen, um auch bei einem späteren Schulbeginn auf die Regelstundenzahl zu kommen“, kritisierte Meidinger weiter. „Das heißt, dass es auch eine Mittagspause und Mittagessen geben muss. Darauf sind viele Schulen überhaupt nicht eingestellt.“

In Europa wird derzeit die Abschaffung der Zeitumstellung für 2021 anvisiert. Das Europaparlament legt am Dienstag seine Position dazu fest, anschließend muss es sich auch noch mit den EU-Staaten einigen. (dpa)