Medizinerin Leila Denmark

Einstmals älteste Ärztin im Alter von 114 Jahren gestorben

NEW YORK. Das Alter spielte für die Medizinerin Leila Denmark eine Nebenrolle: Mit 103 Jahren behandelte sie noch Kinder und wurde damit 2001 zur weltweit ältesten praktizierenden Ärztin. Wie die Zeitung "Atlanta Journal-Constitution" am Dienstag berichtete, ist Denmark am Sonntag in Athens (US-Staat Georgia) mit 114 Jahren gestorben.

Über 70 Jahre lang kümmerte sie sich um kranke Kinder. Als Denmark 1928 ihren Doktortitel am Medical College of Georgia erhielt, war sie die einzige Frau ihres Jahrganges - und erst die dritte die diesen Abschluss erhielt. Ihre Studien zum Keuchhusten führten in den 1930er Jahren zur Entwicklung eines Impfstoffes.

Viele ihrer früheren Patienten seien ein Leben lang in engem Kontakt mit der Ärztin geblieben, sagte Mary Denmark Hutcherson beim 114. Geburtstag ihrer Mutter der Internetzeitung "Onlineathens". Im Anschluss an ihre Ausbildung wurde Denmark die erste Assistenzärztin des Egleston Kinderhospitals in Atlanta.

Nach der Geburt ihrer Tochter eröffnete sie daheim eine Praxis und arbeitete auch im Rentenalter weiter. 1971 brachte sie das Buch "Every Child Should Have A Chance" zum Thema Kindererziehung heraus.

Denmark erhielt mehrere Auszeichnungen und wurde 1953 Atlantas "Frau des Jahres". Sie gehörte zu den ersten Medizinern, die Schwangeren vom Rauchen abrieten und auf die Gefahr für Babys im Mutterleib hinwiesen. Denmark ermutigte werdende Mütter zu einer gesunden Ernährung und der sparsamen Verwendung von Zucker.

Nach dem Bericht von "Onlineathens" hielt sie sich selbst bis ins hohe Alter an ausgewogene Mahlzeiten und bezeichnete Lachen und guten Humor als Schlüssel zu einem langen Leben. Bis zu ihrem 106. Lebensjahr lebte Denmark alleine und zog dann zu ihrer Tochter nach Athens.