Storuman in Schweden

Dorf verkauft aus Versehen die Feuerwehrwache

Normalerweise schützen Feuerwehrmänner die Häuser einer Gemeinde. Doch in einem Schweden ist ihre eigene Unterkunft bedroht, nicht von Feuer, sondern von einer Immobilienspekulation.

Bonn. Das schwedische Dorf Storuman hat jüngst eine vermeintliche Brachfläche verkauft. Nur steht auf dem Grundstück auch das Feuerwehrhaus. Was wie ein Schildbürgerstreich klingt, wird jetzt möglicherweise teuer für das Dorf.

Vor vier Jahren beschloss die Gemeinde Storuman in Schweden ein Grundstück zu verkaufen. Jedoch wurde dabei vergessen, dass vor sechs Jahren zwei Grundstücke zusammengelegt wurden, das was verkauft werden sollte und das auf dem das Feuerwehrhaus steht. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, war der Gemeinde nicht bewusst, was der Kaufvertrag alles umfasste. Neben der Feuerwehr war auch ein Lagerraum für technische Geräte der Kommune auf dem verkauften Grundstück untergebracht.

Eine Immobiliengesellschaft aus Umea kaufte die Flächen auf und wittert jetzt ein gutes Geschäft. Bezahlt hatte die "JLO-Fastigheter AB"-Gesellschaft insgesamt 4,2 Millionen Kronen, umgerechnet gut 400.000 Euro. Für den Rückkauf des Gebäudes forderte die Immobiliengesellschaft jetzt zehn Millionen Kronen, umgerechnet fast eine Million Euro, somit mehr als das Doppelte des ursprünglichen Verkaufspreises.

Gemeinde und Immobiliengesellschaft konnten sich nicht einigen, weshalb die Gemeinde nun vor Gericht ziehen will. Laut schwedischen Medienberichten argumentiere die Verwaltung um Bürgermeister Thomas Mörtsell, dem Käufer hätte auffallen müssen, dass das Feuerwehrhaus für die Gemeinde so wichtig sei, dass es nicht veräußert werden sollte. Vor Gericht fordert die Gemeinde die Annullierung des Geschäftes - aus übergeordnetem Interesse des Dorfes.