Schädling

Deshalb findet man die Schmetterlingsmücke auf Toiletten

Bonn. Die Schmetterlingsmücke ist klein und unscheinbar, dennoch nicht ganz harmlos. In dreckigen Abflüssen vermehren sich die Schädlinge schnell und werden lästig, in Toiletten und Küchen können sie Keime verbreiten.

Sie sind klein, haarig und besitzen als charakteristisches Merkmal verhältnismäßig große herzförmige, schuppige Flügel. Die Schmetterlingsmücke, auch Schmetterlingsfliege oder Herzmücke genannt, ist häufig in Badezimmern und öffentlichen Toiletten anzutreffen. "Insbesondere, wenn die Bodenabläufe nicht gründlich gereinigt werden", weiß Björn Rulik, Mückenexperte am Museum Koenig. 

Die ein bis fünf Millimeter kleinen Insekten gehören zu der Familie der Zweiflügler. Alleine in Deutschland gibt es rund 150 Arten und jede dieser Arten ist in Gebäuden und in direkter Nähe von Abwässern anzutreffen. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Larven von organischem Material ernähren und den sogenannten Biofilm abweiden. "Diesen Biofilm finden die Insekten in den Bodenabflüssen. Durch die Feuchtigkeit und die Vielzahl an Bakterien ist der Ort für sie ein idealer Lebensraum", erklärt Rulik.

Das Gute ist: durch das gründliche Reinigen des Abflusses können die Zweiflügler schnell beseitigt werden. Die Schmetterlingsmücke kann durch ihren unkomplizierten Lebensraum beinahe überall leben. "Sogar in der Antarktis wurden schon Schmetterlingsmücken gesichtet", sagt der Experte. Woher die Mücke ursprünglich stammt, ist nicht vollständig geklärt. Aufgrund des bevorzugt feuchten Lebensraums vermuten Experten den Ursprung der Insekten in den Tropen.

Der Grund für das weltweite Vorkommen der Schmetterlingsmücke ist die Globalisierung. Obwohl bislang keine gesundheitlichen Folgen für Menschen bekannt sind, können die kleinen Tiere schnell lästig werden. Wenn sie sich in die Küche verirren, können sie zudem Keime auf herumstehenden Lebensmittel übertragen. Die Sandfliege, die zu einer Unterfamilie der Zweiflügler gehört, kann auch Infektionen übertragen. Diese Insektenart ist in Deutschland allerdings nicht anzutreffen.