Brutaler Raub nach nächtlichem Einstieg: Haft für Täter

Auf einem Tisch liegt ein Richterhammer aus Holz.

Auf einem Tisch liegt ein Richterhammer aus Holz.

09.08.2017 Fast ein Jahr nach einem brutalen Raubüberfall auf eine 51 Jahre alte Frau in ihrem Haus in Wachtberg hat das Bonner Landgericht am Mittwoch einen 29-jährigen Mann zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Er wurde des erpresserischen Menschenraubes und besonders schweren Raubes für schuldig befunden. Ein 19-jähriger Mittäter kam mit vier Jahren Jugendstrafe davon.

Die beiden Männer waren zusammen mit einem flüchtigen Dritten nachts gegen 1.00 Uhr durch das offene Schlafzimmerfenster eingestiegen, hatten die Bewohnerin, die noch vor dem Fernseher saß, überwältigt, sie mit Schnürsenkeln gefesselt und brutal getreten. Mit einem Messer, das sie ihr an den Hals hielten, forderten sie Geld und "Oma-Gold". Die 51-Jährige, die Todesängste ausstand, zeigte ihnen, wo ihre Scheckkarte war. Danach zwangen sie die Frau, die Pin-Nummer aufzuschreiben. Anschließend flüchteten sie mit der Beute, unter anderem wertvoller Schmuck und Handy, und zogen mit der Scheckkarte 375 Euro am Bankautomaten.

Wäre es der Frau nicht gelungen, die Fesseln zu lockern und einen Notarzt zu rufen, wäre sie womöglich an einer durch Tritte verursachten schweren Lungenverletzung gestorben, gab das Gericht zu bedenken. Die 51-Jährige leidet unter dem Geschehen so stark, dass sie nicht mehr arbeiten kann. Der dritte Mittäter wird noch mit internationalem Haftbefehl gesucht. (dpa)