"Für Pferd verlassen"

Britin droht wegen alten Facebook-Eintrags Haft in Dubai

Dubai und die Emirate sind wegen riesiger Malls bei Shopping-Touristen beliebt - das Land will Urlaubern die Mehrwertsteuer erstatten.

Dubai und die Emirate sind wegen riesiger Malls bei Shopping-Touristen beliebt.

09.04.2019 Dubai . Weil sie die neue Frau ihres Ex-Mannes vor zwei Jahren auf Facebook als "Pferd" beschimpfte, droht ihr nun eine Haftstrafe in Dubai. Dorthin war sie gereist, um an der Beerdigung des Ex-Mannes teilzunehmen.

Wegen eines mehr als zwei Jahre alten Eintrags auf Facebook droht einer Britin eine Haftstrafe in Dubai. Die 55-Jährige sei zusammen mit ihrer 14 Jahre alten Tochter am Flughafen Dubai verhaftet worden, schrieb die Geschäftsführerin der Menschenrechtsgruppe „Detained in Dubai“ („Verhaftet in Dubai“), Radha Stirlin, am Sonntag auf Twitter. Die Frau fürchte nun eine bis zu zweijährige Haftstrafe und eine Zahlung in Höhe von bis zu 50.000 Pfund (etwa 58.000 Euro).

Laut einem Bericht der britischen BBC ist die Britin zusammen mit ihrer Tochter bereits am 10. März nach Dubai geflogen, um an der Beerdigung ihres Ex-Mannes teilzunehmen. Das Paar hatte sich bereits vor einigen Jahren scheiden lassen. Als die Frau von der erneuten Hochzeit ihres Ex-Mannes in Dubai erfahren habe, hatte die Frau mit iranischen Wurzeln ein Foto des frisch verheirateten Paares mit den Worten kommentiert: „Ich hoffe, Du Idiot gehst unter die Erde. Du hast mich für dieses Pferd verlassen.“

Wie die Menschenrechtsgruppe mitteilte, habe die neue Frau des verstorbenen Ex-Mannes die Kommentare aus dem Oktober 2016 gemeldet. Die Britin befinde sich derzeit weiterhin in Dubai, die Tochter habe das Emirat wieder verlassen.

Das britische Außenministerium teilte mit, es unterstütze eine Britin und deren Familie nach der Verhaftungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Man steht in Kontakt mit den örtlichen Behörden. Die harten Gesetze zur Internetkriminalität in den Vereinigten arabischen Emiraten stehen international immer wieder in der Kritik. (dpa)