Test in der Schweiz

Brite scheitert bei Einbürgerung an Raclette-Frage

Schweizer Nationalgericht: Raclette.

Schweizer Nationalgericht: Raclette.

Freienbach. Obwohl er in der Schweiz aufgewachsen und gut integriert ist, darf ein 43-jähriger Brite nicht Schweizer werden. Im Einbürgerungstest scheiterte er unter anderem an Essensfragen.

David Lewis will Schweizer werden. Der 43-jährige Brite ist in der Schweiz aufgewachsen, kam kurz nach seiner Geburt von London nach Château-d'Œx und lebt heute in Freienbach im Kanton Schwyz. Doch seiner Heimatgemeinde ist er trotzdem nicht schweizerisch genug: Sie verweigerte ihm und auch gleich seinem sechsjährigen Sohn George die gewünschte Einbürgerung, wie die Tageszeitung Blick in ihrer Online-Ausgabe berichtet.

Die Begründung der zuständigen Behörde laut Protokoll: Lewis sei "ungenügend mit den schweizerischen Lebensgewohnheiten, Sitten und Gebräuchen vertraut" - unter anderem, weil er nicht genau wusste, woher genau Raclette kommt (aus dem Wallis) und was Capuns sind (eine traditionelles Gericht aus Graubünden). Der britische Ex-Banker, der sich vor kurzem selbstständig gemacht hat, zeigt sich empört: Er sei gut integriert, habe den schriftlichen Staatskundetest "mit Bravour" bestanden. In der mündlichen Befragung jedoch, an der auch Sohn George teilnehmen musste, scheiterte er dann.

Im "Verfahrensablauf der ordentlichen Einbürgerung von Ausländern im Kanton Schwyz" ist zu lesen, dass "Gesuchsteller (...) über Grundkenntnisse der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in der Schweiz, im Kanton Schwyz und in der Gemeinde verfügen" müssen. David Lewis gibt Wissenslücken zu: So habe er nur einen Gemeinderat von Freienbach namentlich nennen können und nicht gewusst, wieviele Einwohner seine Heimatgemeinde habe.

2700 Franken und viele Nerven hat Lewis das Einbürgerungsverfahren gekostet - einen Schweizer Pass hat er immer noch nicht. Nun kündigte er an, es wieder versuchen zu wollen - und vorher noch mal alles von Raclette bis Rat zu pauken.