Trödelshow „Bares für Rares”

Boris Becker verkaufte offenbar falschen Tennisschläger

Boris Becker gewinnt bei Wimbledon 1999 gegen Konkurrent Lleyton Hewitt. Kurz nach diesem Spiel unterliegt er Patrick Rafter.

Boris Becker mit dem versteigerten Schläger bei Wimbledon 1999.

Bonn. Zu Gast in der Trödelshow „Bares für Rares” versteigerte der ehemalige Tennisprofi Boris Becker seinen Wimbledon-Schläger – für 10.000 Euro. Doch Schläger und Erlös erreichten laut Bild zunächst versprochenen Empfänger nicht.

Boris Becker verkaufte seinen Tennisschläger in der ZDF-Trödelshow für 10.000 Euro an den Antiquitäten-Händler Julian Schmitz-Avila. Dieser erhielt laut einem Bericht der Bild-Zeitung nach der Sendung jedoch einen anderen Schläger als den zuvor ersteigerten Original-Wimbledon-Schläger. Und auch der Erlös floss laut dem Artikel nicht in das soziale Projekt, an das der Tennisprofi zuvor versprach, die 10.000 Euro zu spenden.

Der dreimalige Wimbledon-Sieger war im Sommer zu Gast in der Sendung „Bares Für Rares”. Dort pries Boris Becker einen ganz besonderen Tennisschläger aus seiner Tenniskarriere an, von dessen Erlös er die Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder” unterstützen wollte: Bei dem Tennisschläger handelte es sich um den Originalschläger, mit dem Becker 1999 sein finales Wimbledon-Match und damit das letzte Spiel seiner Profikarriere antrat. Dieses endete mit einer Niederlage gegen Patrick Rafter. Um die Echtheit des Schlägers zu beteuern, brachte Becker ein Foto als Beweis mit in die Show.

Boris Becker betonte die Einzigartigkeit seiner Antiquität: Eine Spezialedition der Firma Puma aus dem Jahr 1990, die so im Handel nicht erhältlich sei. Anders als heutzutage sei der Schläger noch mit Saiten aus echtem Darm bespannt und weise wahre Gebrauchsspuren aus hart umkämpften Tennismatches auf. Dies wurde auch von Moderator Horst Lichter sowie eines Experten bestätigt. Deshalb wurde Beckers erhoffter Erlös von 20.000 Euro auch für den Handel freigegeben.

Als er den Ring der Händler betrat, begannen diese mit Geboten um die 500 Euro. Eher schleichend stiegen diese in die Höhe und erreichten letztendlich die 10.000-Euro-Marke. Und dabei blieb es auch: Antiquitäten-Händler Julian Schmitz-Avila machte den Deal. Boris Becker überreichte ihm seinen Schläger – etwas wehmütig, da dieser einen großen persönlichen Wert für den Tennisprofi besitzt – und signierte Foto und Schläger für Schmitz-Avila. Zusätzlich schlug der Käufer noch ein gemeinsames Abendessen mit seinem Idol auf dessen Kosten heraus.

Händler erhielt nicht das Original

Wie die Bild-Zeitung später ein Schreiben der Produktionsfirma von „Bares für Rares” zitierte, erreichte der Originalschläger vorerst nicht seinen neuen Besitzer: „Es sieht leider ziemlich klar danach aus, dass in unserer Sendung nicht der Schläger verkauft wurde, der versprochen und in der Show besprochen wurde.” Denn Boris Becker schickte dem Antiquitäten-Händler Schmitz-Avila laut Artikel ein Duplikat, das dem Original zum Verwechseln ähnelte. Denn bei diesem Nachbau handelte es sich um einen Schläger der Firma „Estusa”, das Original stammte jedoch von „Puma”.

Wie es zu der Verwechslung kam, ist nicht bekannt. Hinzu kommt, dass Becker dem Händler nach der Sendung keine Quittung über den Erhalt des Kaufpreises ausgestellt haben soll. Ob dies später geschah, blieb offen. Ebenso, ob es trotz der Umstände dennoch zu dem vereinbarten Abendessen kam. Der echte Wimbledon-Schläger soll laut Boris Beckers Anwalt jedoch bei Schmitz-Avila eingetroffen sein.

Auf die Tennisschläger-Verwechslung folgte eine weitere Ungereimtheit: Der Erlös des Schlägers in Höhe von 10.000 Euro habe laut Bild die Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder” wohl nie erreicht. Wie Beckers Anwalt der Bild-Zeitung erklärte, habe sich der ehemalige Tennisprofi, aufgrund "negativer Berichterstattung", kurzfristig für eine andere Organisation entschieden. Welche, bleibt jedoch offen.