Untersuchung der Uni Bonn

Bekommen kleine Männer häufiger eine Glatze?

Haben kleine Männer häufiger eine Glatze?

Haben kleine Männer häufiger eine Glatze?

Bonn. Forscher der Uni Bonn haben sich mit dem Glatzenrisiko für kleine Männer beschäftigt. Und sind dabei auf 63 interessante Gene gestoßen.

Wissenschaft heißt, die Dinge abgeklärt zu betrachten. Bei so man(n)- chem Erdenbürger schafft es Frust, wenn das Haupthaar schwindet. Genforscher jedoch finden das Phänomen "spannend", sagt Professor Markus Nöthen, Direktor des Instituts für Humangenetik der Uni Bonn - und zwar wegen der "vielfältigen Beziehungen" zu anderen körperlichen Merkmalen. Die Bonner Forscher haben wieder so einen Zusammenhang entdeckt: Das Glatzenrisiko ist für kleine Männer möglicher(!)weise höher.

Nöthens Institutskollegin Dr. Stefanie Heilmann-Heimbach ist eine der Hauptautorinnen einer Studie im Fachblatt "Nature Communications". Die Experten analysierten darin die Gene von rund 11.000 Männern mit "frühzeitiger Kahlköpfigkeit" und 12.000 Männern ohne - und fanden nicht etwa ein Stück Erbgut, das sie möglicherweise auslöst, sondern gleich 63.

Das Besondere laut Heilmann-Heimbach: Manche dieser 63 Gene, so glaubt die Wissenschaft, sind auch für andere Phänomene verantwortlich - nicht nur geringere Körpergröße, sondern zum Beispiel auch Prostatakrebs, Herzprobleme (das ist aber unsicher) und helle Hautfarbe. Laut Nöthen könne das erklären, "warum vor allem weiße Männer frühzeitig ihre Haare verlieren".

Bitte jetzt aber keine Angst, dass aus Haarausfall etwa automatisch Krebs folge. "Die Risiken für Krankheiten sind nur geringfügig erhöht", beruhigt Nöthen. Außerdem haben die Glatzengene auch positive Effekte, etwa festere Knochen. Künftige Forschung soll nun klären, woran all das genau liegt.