Zug fährt mit Vater davon

Behinderter Siebenjähriger bleibt auf Bahnsteig zurück

Pendler steigen am Kölner Hauptbahnhof aus dem Regionalzug Rhein-Münsterland-Express RE 7 des Betreibers National Express. Die Firma sieht sich wegen Zugausfällen und Verspätungen derzeit mit Kritik konfrontiert.

Symbolfoto.

18.02.2019 Hamm. Weil ein Vater mitsamt Gepäck nicht rechtzeitig aus dem Zug kam, ist sein siebenjähriger Sohn mit schwerer Behinderung allein zurückgeblieben.

Vater und Sohn waren in Hamm ausgestiegen, wie die Polizei am Montag über den Vorfall am Samstag mitteilte. Als der Vater eine letzte Tasche aus dem Zug holen wollte, schlossen sich die Türen. Aufgrund seiner Behinderung sei der Junge auf einen Buggy angewiesen und habe vom Bahnsteig aus hilflos mitangesehen, wie sich der Zug mit seinem Vater in Bewegung setzte. Der 42-jährige Vater war mit seinem Sohn mit dem National Express aus Köln gekommen und in Hamm ausgestiegen.

Polizisten aus Hannover, die sich in einem Fußballeinsatz anlässlich der Fanreise von Eintracht Braunschweig im Hauptbahnhof Hamm befanden,wurden auf die Situation aufmerksam und halfen: Sie kümmerten sich um den Siebenjährigen und informierten seinen besorgten Vater an Bord des Zuges, dass sein Sohn in sicherer Obhut sei. Nach 40 Minuten konnte er seinen Sohn wieder in die Arme schließen. (dpa)