Tödlicher Fotowahn in Südspanien

Baby-Delfin stirbt nach Selfies am Strand

Er fiel dem Selfie-Wahn zum Opfer: Ein Mitglied der Tierschutzorganisation "Equinac" hält das tote Delfin-Baby.

Er fiel dem Selfie-Wahn zum Opfer: Ein Mitglied der Tierschutzorganisation "Equinac" hält das tote Delfin-Baby.

16.08.2017 Almería . Weil sie alle Selfies mit dem Baby-Delfin machen wollten, haben hunderte Strandbesucher in Südspanien den Tod des jungen Säugetiers verursacht.

Als das winzige Säugetier in Ufernähe entdeckt worden sei, habe es für die anwesenden Sonnenanbeter kein Halten mehr gegeben, berichtete die Zeitung „ABC“ am Mittwoch. Immer wieder sei der Delfin aus dem Wasser gehoben und herumgereicht worden, damit die Menschen mit ihm für Fotos posieren konnten, hieß es. Auch Kinder hätten ihn in den Arm genommen und ihm dabei versehentlich das zum Atmen nötige Blasloch zugedrückt. Kurze Zeit später sei der Delfin verendet.

Der Vorfall, der im Internet wütende Kommentare von Tierfreunden nach sich zog, ereignete sich bereits vor einigen Tagen in Mojácar in der Provinz Almería. „ABC“ zitierte die auf Meeresfauna spezialisierte Tierschutzorganisation Equinac mit den Worten „Delfine sind sehr anfällig für Stress (...). Er löst bei ihnen einen starken Schock aus, der meist zu einem Herz-Lungen-Versagen führt.“

Die Tierschützer schilderten auf der Facebook-Seite der Organisation den Vorfall. Die herbeigerufenen Helfer seien wenige Minuten zu spät gekommen - der Delfin sei bereits tot gewesen, als sie eintrafen. (dpa/ga)