Zu viel Kosmetikartikel im Handgepäck

Amerikanerin beschimpft Bundespolizisten als Nazis

Frau nimmt auf dem Düsseldorfer Flughafen ihre Handtasche. F: Federico Gambarini/Archiv

Am Frankfurter Flughafen entwickelte sich aus einer Routinekontrolle eine Auseinandersetzung zwischen einer Reisenden aus den USA und der Bundespolizei.

Frankfurt. Sicherheitskontrollen am Flughafen haben schon so manchen Reisenden Nerven gekostet. Eine 49-Jährigen US-Amerikanerin fühlte sich in Frankfurt wohl besonders schikaniert – und reagierte heftig.

Weil sie Bundespolizisten am Frankfurter Flughafen als „beschissene deutsche Nazi-Polizei“ („fucking german nazi police“) beschimpft hat, muss eine Dozentin der Georgetown University Edmund A. Walsh School of Foreign Service (SFS) jetzt mit einem Ermittlungsverfahren rechnen. Der Vorfall ereignete sich bereits am 11. Januar.

Wie die Bundespolizei Frankfurt am Freitag mitteilte, reagierte ein Kontrollgerät bei der Überprüfung des Handgepäcks der 49-Jährigen C. Christine Fair positiv auf Sprengstoff. Ein Sicherheitsmitarbeiter habe daraufhin eine Streife der Bundespolizei zur Luftsicherheitskontrolle hinzugezogen. Bei der dann erfolgten manuellen Kontrolle des Gepäcks konnte der Sprengstoffverdacht zwar ausgeschlossen werden, allerdings hatte die Akademikerin zahlreiche Kosmetikartikel lose darin verstaut. Doch damit fingen die Probleme erst richtig an.

Die Kosmetika waren laut Angaben der Bundespolizei nicht im vorgeschriebenen Klarsichtbeutel verpackt und überschritten die maximal zulässige Flüssigkeitsmenge. Um das Problem zu lösen, sollen die Bundespolizisten der Reisenden angeboten haben, einen überschüssigen Deoroller im aufgegebenen Großgepäck zu verstauen. Alternativ habe sie den Besitz freiwillig aufgeben und den Deoroller vor Ort entsorgen können.

Ausgerechnet in Deutschland

Auf beide Vorschläge soll Fair dann „uneinsichtig und gereizt“ reagiert haben. Sie beschimpfte die eingesetzten Beamten vor Zeugen unter anderem als „fucking bastards“ und „fucking german nazi police“. Daraufhin wurde sie zur Dienststelle gebracht. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verleumdung wurde eingeleitet. Außerdem musste die 49-Jährige, die unter anderem Mitglied des US-Amerikanischen Rates für auswärtige Beziehungen (CFR) ist, eine Sicherheitsleistung in Höhe von 260 US-Dollar für die zu erwartenden Kosten des Strafverfahrens leisten. Anschließend wurde ihr die Weiterreise nach Istanbul gestattet.

Im Nachgang behauptet die Amerikanerin auf ihrem Twitter-Kanal und in einem Internetblog, von der Polizei in Frankfurt beraubt worden zu sein. „Germany. This actually happened in Germany“, lautet der Inhalt eines weiteren Tweets – ausgerechnet in Deutschland. Sie beschimpft die Beamten sowie den Sicherheitsmitarbeiter außerdem als Gauner in Uniform und Sadisten. Auch diese Äußerungen sind zwischenzeitlich Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens. Ihre Version der Geschichte wurde außerdem in der Huffington Post veröffentlicht. Autorin des Artikels ist die 49-Jährige selbst. (mit Material von dpa)