Spiele zur Bundestagswahl

Als "Bundesfighter" mit Straßenkampf ins Kanzleramt

Bei dem Browser-Spiel Bundesfighter kämpfen die Kandidaten mit Fäusten und allerhand Tricks um das Amt des Bundeskanzlers.

Bei dem Browser-Spiel Bundesfighter kämpfen die Kandidaten mit Fäusten und allerhand Tricks um das Amt des Bundeskanzlers.

Bonn. Ob in einer Bio-Tonne oder mithilfe einer Flüchtlingswelle: Bei dem jetzt erschienen Browserspiel Bundesfighter kämpfen Polit-Promis mit allerhand Tricks ums Kanzleramt. Daneben gibt es aber auch noch andere Spiele zur Wahl.

Sahra Wagenknecht kämpft mit Hammer und Sichel, Christian Lindner schlägt mit einem Selfie-Stick. Martin Schulz verwandelt sich mithilfe einer Superkraft in einen Schulz-Zug und überrollt seine Gegner und die amtierende Kanzlerin ertränkt ihre Kontrahenten (wie zum Beispiel den im Hakenkreuz springenden Alexander Gauland) mit einer Flüchtlingswelle. Mit diesen und anderen Superkräften können Internetnutzer beim Computerspiel Bundesfighter die aktuellen Kandidaten der Bundestagswahl gegeneinander antreten lassen.

Programmiert wurde das Spiel im Auftrag der Satire-Plattform Bohemian Browser Ballett, einem Ableger von ARD und ZDF. Bei Bundesfighter, das an die Optik klassischer 2D-Prügelspiele à la Street Fighter erinnert, steuern die Nutzer jeweils einen Kandidaten und treten vor bekannten Orten des Zeitgeschehens gegen die anderen Figuren an. So kämpfen Schulz und Gauland beispielsweise vor einem Dresden-Panorama in Pixel-Optik, während im Hintergrund Pegida demonstriert. Bei Christian Lindner und Sahra Wagenknecht fliegen die Fäuste dagegen in einer Frankfurter Yuppiebar.

Fake-News posten und Geld damit verdienen

Neben dem satirischen Beat-'em-up-Videospiel mit allerhand politischen Tiefschlägen gibt es im Netz aber auch andere Spiele, die zum Teil ein wenig mehr für Aufklärung beim aktuellen Politikspektakel sorgen. Da gibt es zum Beispiel das von der Bundeszentrale für politische Bildung geförderte Fake it to make it, bei dem die Spieler lernen, wie Fake-News generiert und in Umlauf gebracht werden.

Ziel des Spiels ist es, auf seiner fiktiven Internetseite möglichst viele Klicks zu generieren, um durch die dort geschaltete Werbung Geld zu verdienen. Dafür müssen interessante, glaubhafte und dramatische Nachrichten in Umlauf gebracht werden - die Richtigkeit der Meldungen spielt keine Rolle. Das erschreckend realistische Spiel ist gewonnen, wenn ein bestimmter Geldbetrag erreicht wird.

 

Einmal selbst Kanzler sein

Wie das politische Tagesgeschäft nach einer Wahl funktioniert, zeigt dagegen der Kanzlersimulator von Planet Schule vom SWR. Hier können sich die Spieler einen eigenen Kandidaten für das Kanzleramt zusammenschustern - vom Look bis hin zur politischen Position zu aktuellen Themen.

Die individuell gestaltete Figur wird dann in das politische Geschehen geworfen. Sie muss gewählt werden, kann anschließend Koalitionen bilden, Minister ernennen und Beschlüsse durchbringen. Oder eben auch nicht. In dem Fall scheitert die Figur, wie im realen Leben, an den komplexen politischen Konstruktionen.

Ein Klassiker in aktuellem Gewand

Für Freunde der guten, alten Brettspiele hat die Firma Schmidt Spiele einen Klassiker neu aufgelegt und überarbeitet. Mit "Politiker ärgere Dich nicht" brachte der Hersteller eine Sonderedition heraus, bei der das Schicksal von Merkel, Schulz & Co. gewürfelt wird. Die Spielfiguren sind bei diesem Spiel illustriert und tragen die Konterfeis der Spitzenpolitiker aus den schwarzen, roten, gelben und grünen Lagern. Als Ergänzung zur Anleitung liegt dem Spiel eine Erklärung zum Ablauf der Bundestagswahl bei.