Nach den Anschlägen in Brüssel

Airport Köln/Bonn: Weiterhin verstärkte Polizeipräsenz

Bonn. Nach den Terroranschlägen in Brüssel wurde auch an zahlreichen deutschen Flughäfen reagiert. So wurden auch am Airport Köln/Bonn die Kontrollen verschärft. Der Bahnverkehr rollt am Mittwoch wieder an.

Weiter auf hohem Niveau bleiben die Sicherheitsmaßnahmen der Polizei. Die Bundespolizei kontrolliere intensiver an den Grenzen, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums am Mittwoch in Düsseldorf. Zu den Sicherheitsmaßnahmen gehören nach wie vor offene und verdeckte Maßnahmen mit Blick auf gewaltbereite Islamisten. Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte nach den Anschlägen im Nachbarland betont, die Landesregierung nehme die Gefährdungslage „sehr ernst“.

Nach den Terroranschlägen in Brüssel hatte die Bundespolizei ihre Streifengänge auch am Kölner Flughafen verstärkt. Ab Köln/Bonn gibt es keine Direktflüge nach Brüssel. Am Morgen des Anschlags hatte es laut dem Flughafen um 8.48 Uhr lediglich eine "Ausweichlandung" gegeben - ein Flugzeug aus München, das nach Brüssel unterwegs war, landete außerplanmäßig in Köln. "Bisher ist nicht absehbar, dass wir weitere Flüge annehmen müssen", sagte Walter Römer, Pressesprecher des Flughafens Köln/Bonn, auf Anfrage des General-Anzeigers am Dienstagvormittag. "Wir haben aktuell regulären Betrieb."

"Die Lage ist ruhig und entspannt", sagte Martin Pauly, Sprecher der Bundespolizei am Flughafen Köln/Bonn dem General-Anzeiger am Dienstagnachmittag. "Wir haben die Präsenz im Flughafen deutlich erhöht.", so Pauly weiter. Zur Sicherheit wurden die Beamten mit Schutzwesten ausgestattet und die Bewaffnung angepasst. Die Mitarbeiter seien sensibilisiert: "Wir führen selektive Kontrollen durch." Bisher hätten die Anschläge jedoch keine Auswirkungen auf die Wartezeiten und den Flugverkehr in Köln/Bonn.

"Es ist schon ein seltsames Gefühl“

Zwar gibt es keine direkten Flugverbindungen zwischen Köln und der belgischen Hauptstadt, dennoch war die Nähe zu den Ereignissen im Brüsseler Flughafen den Reisenden im Abflugbereich vor den Sicherheitskontrollen am Tag der Attentate deutlich anzumerken. „Ich habe eben erst von den Anschlägen gehört. Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn man dann selbst fliegt“, sagte Lydia Gutzeit, die mit ihren drei Söhnen Nils (12), Malte (6) und Lars (9) am Dienstag auf dem Weg in den Urlaub war. Dass vermehrt Polizisten – unter anderem mit Schutzwesten ausgestattet – durch die Gänge patroullierten, machte ihr keine Angst, im Gegenteil: „Die stärkeren Sicherheitsmaßnahmen an so einem Tag, finde ich persönlich eher beruhigend.“

Auch Erduvan Kovaqi waren die Ereignisse in Brüssel nicht entgangen. Er arbeitet in einem Café in der Nähe einer Ankunftszone. ein Fernseher zeigte Bilder von den Zerstörungen im Flughafen Zaventem. Immer wieder blieben hier Passanten, die Verwandte oder Freunde in Empfang nehmen wollen, stehen . "Man überlegt natürlich, wenn denen so eine Tat in Brüssel gelingt, dann können die es auch hier schaffen. Das ist ja schließlich mitten in Europa. Klar fühlt man sich dann anders, wenn zur Arbeit geht", sagte Kovaqi.

Sorgen machte sich hingegen Flugreisender Michael Pirrung, allerdings weniger um seine eigene Sicherheit als um die seines Bruders. „Mein Bruder arbeitet bei der EU-Kommission rund 200 Meter von der U-Bahn-Station entfernt, die heute Ziel der Attentäter in Brüssel war“, berichtete Pirrung. Mittlerweile habe er aber Nachrichte erhalten, dass es ihm gut gehe. Über seinen eigenen Flug, machte er sich hingegen weniger Gedanken. „Wir sollten uns nicht abhalten lassen, das zu tun, war wir normalerweise tun würden – denn das ist sicher eines des Dinge, das diese Männer erreichen wollen“.

Maschinen werden umgeleitet

Auch am Tag nach den Anschlägen bleibt der Flughafen Zaventem zur Spurensicherung geschlossen. Viele Maschinen mit dem Flugziel Brüssel wurden am Dienstag nach Frankfurt, Köln und Düsseldorf umgeleitet. Eine Maschine aus der Schweiz und eine aus Polen seien am Dienstag in Düsseldorf gelandet, sagte ein Flughafensprecher. Am Dienstagnachmittag seien weitere Flüge aus Dubai und aus Griechenland in der Landeshauptstadt angekommen, die eigentlich in der belgischen Hauptstadt landen sollten.

Die Kontrollen an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main sind ebenfalls verschärft worden. Das sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am Dienstag. Weitere Angaben konnte sie zunächst nicht machen. "Wir sind jetzt in der Bewertungsphase, das ist noch zu frisch."

Auch am Pariser Flughafen Charles de Gaulle wurden die Sicherheitsmaßnahmen umgehend verschärft. Die Vorkehrungen würden an allen acht Terminals und an den beiden Bahnhöfen des Hauptstadtflughafens verstärkt, verlautete aus Flughafenkreisen. Unter anderem sollten Züge aus Brüssel kontrolliert werden.

Zugverkehr rollt wieder an

Einen Tag nach den Terror-Anschlägen in Brüssel ist der Zugverkehr aus den Niederlanden nach Belgien wieder aufgenommen worden. Der erste internationale Zug, der Thalys, fuhr um 7 Uhr aus Amsterdam ab, teilte ein Sprecher der niederländischen Bahn am Mittwoch mit. Alle weiteren internationalen Züge würden planmäßig fahren. Sie würden allerdings nicht am Brüsseler Flughafen Zaventem halten.

Im Bahnverkehr von und nach Brüssel sind am Mittwoch nach den tödlichen Terroranschlägen noch Züge ausgefallen. So sei am Morgen ein Thalys-Schnellzug nach Paris gestrichen worden, stellte eine dpa-Reporterin am zentralen Bahnhof Gare du Midi fest. Der Hochgeschwindigkeitszug nach Köln verkehrte hingegen. Reisende hätten viel Geduld aufbringen müssen. Wie an anderen Brüsseler Bahnhöfen war nur ein Eingang geöffnet. Die Polizei war stark präsent. Grundsätzlich sollte der Schienenverkehr am Mittwoch nach Angaben der belgischen Bahngesellschaft SNCB-NMBS wieder weitgehend normal laufen.

Nach den Terroranschlägen in Brüssel hat die Bundespolizei die Überwachung der Grenze zwischen Belgien und Rheinland-Pfalz verstärkt. Es seien mehr Streifen unterwegs und vermehrt Kontrollstellen eingerichtet worden, sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag in Trier. Am Flughafen Hahn dagegen seien die Sicherheitsvorkehrungen zunächst nicht verstärkt worden. (Marcel Dörsing, Michael Wrobel , Sabrina Bauer - mit Material von dpa)