"Bestattungskonfigurator" in Wien

Abschied nach Bestellung

Eine Bestattung bringt oft unerwartet hohe Kosten mit sich. Finanzielle Hilfe kann beim Sozialamt beantragt werden.

Symbolfoto.

WIEN. Ein „Bestattungskonfigurator“ soll in Wien künftig für die Hinterbliebenen die Organisation eines Begräbnisses vereinfachen. Das Tool funktioniert nach Art eines Baukastens.

War ja zu befürchten, dass die Digitalisierung auch vor besonders sensiblen Lebensbereichen nicht haltmachen würde. Was sich beim Auto doch als einigermaßen zweckdienlich erwiesen hat, so dachte man sich wohl in der österreichischen Beerdigungsbranche, kann anderswo nicht falsch sein. Und so können Hinterbliebene in Wien künftig auf einen "Bestattungskonfigurator" zurückgreifen, um die Organisation eines bevorstehenden Begräbnisses zu vereinfachen. Hinter der Idee, so die Erfinder, steckt ein anhaltender Trend zur Individualisierung der letzten Reise.

Das Internetangebot funktioniert nach Art eines Baukastens. Kunden können online zwischen fünf Angebotspaketen wählen: klassisch, naturverbunden, exklusiv, individuell und preisbewusst. Danach klickt sich der Nutzer durch Bereiche wie Sargmodell, Blumenschmuck, Musik oder zusätzliche Leistungen wie Fotograf, Grabinschrift oder Andenken - etwa einen in Weißgold gefassten Fingerabdruck des Verstorbenen.

Sich aufdrängende Scherze und Vergleiche mit Auto-Konfiguratoren, bei denen auch immer die Sonderausstattung am Ende den Preis in die Höhe treibt, verbieten sich bei dieser sensiblen Thematik. Zumal das Unternehmen Bestattung Wien (gehört zu den Stadtwerken) seinen Kostenrechner als im Branchenvergleich sehr detailliert und damit preistransparent bewirbt. "Dann werden bei der Leistung nicht mehr Äpfel mit Birnen verglichen", sagt eine Sprecherin (nahezu) treffend.

Abschließender Tipp der Spezialisten: Einfach schon zu Lebzeiten die eigene Beerdigung zusammenstellen. Sicher ist sicher.