Rastatt

18 Millionen Euro teure Tunnelbohrmaschine ist wohl verloren

Das Bild zeigt die Tunnelvortriebsmaschine "Suse". Sie wurde ähnlich wie die jetzt einbetonierte "Wilhelmine" in einem Festackt in den Tunnel eingelassen.

Das Bild zeigt die Tunnelvortriebsmaschine "Suse". Sie wurde ähnlich wie die jetzt einbetonierte "Wilhelmine" in einem Festackt in den Tunnel eingelassen.

Rastatt. Bei der Reparatur des beschädigten Tunnelabschnittes der Rheintalbahn in Rastatt wird die 18 Millionen Euro teure Tunnelbohrmaschine komplett einbetoniert.

Am 12. August war die Trasse der Rheintalbahn bei Rastatt abgesackt. Seitdem steht der Verkehr auf einer der wichtigsten europäischen Nord-Süd-Verbindungen still. Wasser und Erdreich waren in die Röhre eingedrungen. Bis Freitag soll der Tunnel auf 150 Metern Länge mit Beton gefüllt sein.

Die Bahn ließ an der Unfallstelle gerade einen Tunnel für die neue Hochgeschwindigkeitstrasse nur etwa fünf Meter unter den Gleisen hindurch bohren. Die Strecke soll nun mit 10.500 Kubikmetern Beton repariert werden. Das entspricht 1.300 Betonmischer-Lastwagen.

Dabei wird die 18 Millionen Euro teure und 90 Meter lange Tunnelvortriebsmaschine komplett mit einbetoniert. Gegenüber den Stuttgarter Nachrichten beantwortete ein Bahnsprecher die Frage, ob das Bohrgerät später geborgen werden kann mit: "Welchen Zustand die Maschine hat, kann man sich vorstellen“.

Im Oktober 2016 hatte die Bahn die nun eingebaute Maschine noch in einem YouTube Video gefeiert. Beim Start der Vortriebsarbeiten am 25. Mai 2016 sprachen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Bahn-Chef Dr. Rüdiger Grube.

Bei dem Bauprojekt wurden in zwei Röhren je eine Tunnelvortriebsmaschine eingesetzt. Sie haben einen Durchmesser von 10,97 Metern und sollten sieben Tage in der Woche arbeiten. Die Badischen Neuesten Nachrichten berichten, die Maschine mit dem Namen "Wilhelmine" stand nur 56 Meter vor dem Ziel. Der Baufortschritt lag bei 98,5 Prozent. Wie der Tunnelbau nach dem Desaster weitergeht, beantwortet die Bahn derzeit nicht.

In Spitzenzeiten sind laut Bahn auf dem Nord-Süd-Korridor zwischen Karlsruhe und Basel bis zu 200 Güterzüge täglich unterwegs. Wegen der Sommerferienzeit sind es aktuell deutlich weniger. Wann die Züge wieder fahren ist unklar. Güterverkehrsunternehmen beklagen hohe Ausfälle.