Engagement bei "Die Höhle der Löwen"

Wie sich Ralf Dümmel als spendabler Löwe präsentiert

Bonn. Er ist einer der neuen Löwen - und entpuppt sich für viele Gründer als wahrer Glücksgriff: Ralf Dümmel zeigt sich als Investor bei "Die Höhle der Löwen" besonders spendierfreudig. Doch warum investiert der Unternehmer in so viele Startups und wie kommt es, dass der eine oder andere Deal am Ende doch noch platzt?

Es war die große Dümmel-Show: In der vergangenen Ausgabe der VOX-Show "Die Höhle der Löwen" schlug der Hamburger Investor Ralf Dümmel gleich sechs Mal zu und bot den Startups eine Zusammenarbeit an. Während sich die anderen Löwen eher zurückhaltend zeigten, machte Dümmel ein Angebot nach dem anderem. Da freute sich auch Moderator Amiaz Habtu: "Es hat mal wieder gedümmelt!"

Mehr als 4000 Produkte aus den Bereichen Haushalt, Kleinelektro, Reinigung, Outdoor, Beauty und Fitness vertreibt Dümmel heute mit seinem Handelsunternehmen DS Produkte, dem er seit 1998 als geschäftsführender Gesellschafter vorsteht. Seither hat Dümmel das Unternehmen DS Produkte zu seiner heutigen Größe aufgebaut und sich den Ruf als Spezialist für Produktion und Vertrieb von Non-Food-Produkten erarbeitet. Heute beschäftigt DS Produkte in Stapelfeld bei Hamburg und Gallin in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 400 Mitarbeiter und ist einer der europaweit größten Entwickler und Lieferanten von Non-Food-Artikeln für Versand-, Lebensmittel- und Einzelhändler sowie Discounter. So aufgestellt erwirtschaftete Dümmel mit seiner Firmengruppe DS Produkte im Jahr 2015 rund 250 Millionen Euro Umsatz.

Da dürften die Investitionen in die Produkte der Startups aus der Höhle der Löwen gut angelegt sein. "Bei GlowGarage, VeggiePur und Caketales ist das Geld schon geflossen. Mit Gruezi Bag sind wir noch in Verhandlungen. Da ist noch offen, ob der Deal klappt", sagte Dümmel bei gruenderszene.de. Geplatzt seien jedoch die Deals mit "DasKaugummi" und "Holzpost". "Da wurden wir uns bezüglich der Beteiligung nicht einig, wir sind aber sehr freundschaftlich im Umgang", so Dümmel. So unterstütze man die beiden Startups weiterhin und haben ihnen geholfen, ihre Produkte in den Handel zu bringen.

70 Prozent der Dümmel-Deals wurden umgesetzt

Auch wenn der eine oder andere Deal im Nachhinein platzt, zeigt sich Dümmel durchaus zufrieden mit seinen Abschlüssen in der VOX-Sendung: "Insgesamt konnte ich ich über 70 Prozent der Deals, die ich in der Show gemacht habe, zum Abschluss bringen – eine Quote, auf die ich schon stolz bin."

Dümmel schlägt nach eigenen Angaben vor allem bei Produkten zu, die nach seiner Meinung nach ein großes Marktvolumen haben und möglichst eine große Zielgruppe ansprechen. Daneben sollte das Ideal-Produkt auch immer eine Story haben. "Dieses muss entweder ein Problemlöser sein oder einen Mehrwert haben, um sich von anderen Dingen abzuheben", so Dümmel. Da helfe es beispielsweise nicht, das 800. Produkt für nur 50 Cent günstiger zu produzieren. "Denn dann dauert es nicht lange und der Rest der Anbieter zieht nach."

Auch, wenn es für die Fernsehzuschauer anders wirkt: Die Verhandlungen über die Deals dauern nicht nur einige Minuten, sondern ziehen sich unter Umständen über bis zu zwei Stunden. Gezeigt werden im Fernsehen jedoch nur gekürzte Pitchs von 15 bis 30 Minuten. Die Löwen ziehen sich jedoch nach den Vorstellungen der Gründer nicht zu Beratungen abseits der Kamera zurück, sondern entscheiden tatsächlich spontan, ob sie den Deal machen oder nicht. Auch die Gründer dürfen sich nur kurz beraten, maximal einmal kurz telefonieren - dann müssen sie zu- oder absagen.

Abschlüsse ohne Kameras

Im Anschluss gibt es dann immer weitere Gespräche, in denen sich Investor und Gründer über Details unterhalten. Dabei geht es meist weniger glamourös zu. Im Vordergrund stehen blanke Zahlen, juristische Details und realistische Einschätzungen des Marktpotenzials. Allzu oft zeigt sich dann leider auch, dass die im Pitch gezeigten Produkte oder Ideen doch nicht so erfolgversprechend sind - und der Deal platzt doch noch.

Wie viele zunächst geschlossene Deals im Nachhinein doch noch platzen, darüber schweigt der Sender VOX: "Wir stellen mit 'Die Höhle der Löwen' lediglich die Plattform zur Verfügung, auf der sich Investoren und Gründer treffen und verhandeln", sagte Sendersprecher Magnus Enzmann auf GA-Anfrage. Im Anschluss an die Sendung gebe es Vertragsabschlüsse zwischen den "Löwen" und den Start-ups, an denen der Sender nicht beteiligt sei. "Darum können wir über die Anzahl von gescheiterten Deals keine Angaben machen."

Eins ist klar: Erst, wenn Gründer und Investoren ihre Unterschriften beim Notar hinterlegen, werden die Deals fix. Doch bei diesen Abschlüssen bleiben die TV-Kamera außen vor.