Höhle der Löwen

Von der Schnapsidee zum Supergründer

Die Investoren-Jury der dritten Staffel der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ bestand aus Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Ralf Dümmel, Frank Thelen und Jochen Schweizer (v.l.).

Die Investoren-Jury der dritten Staffel der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ bestand aus Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Ralf Dümmel, Frank Thelen und Jochen Schweizer (v.l.).

Bonn. Ab Dienstagabend kämpfen Jungunternehmer bei der dritten Staffel der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ bei Vox wieder um die Gunst der Investoren. Mit dabei sind unter anderem zwei Gründer aus Köln und ein Start-Up aus Wesseling.

Eines Morgens wachte Philip Ehlers auf und schaute mal wieder auf seine vertrocknete Ikea-Palme. Er hatte genug von dem traurigen Anblick, der ihn durch den Alltag begleitete. „Es muss doch möglich sein, die Pflanzen am Leben zu halten“, dachte er und rief seinen Kölner Kumpel Jan Nieling an. Aus dem fehlenden grünen Daumen der beiden Freunde, wurde eine Idee und ein Geschäftsmodell.

Seit 2013 verkaufen sie unter dem Motto „Pflanz dich glücklich“ über ihre Internetseite „Evergreen“ Pflanzenpakete. Ob Zimmerblumen, Ziersträucher oder Obstbäume: alle Produkte kommen direkt vom Gärtner und haben neben einem Topf, Dünger und Wasserstandsanzeige auch ein Erste-Hilfe-Set.

„Wir wollten ein komplettes Angebot machen“, sagt der „Evergreen“-Gründer. Durch Service und Beratung, die für Ehlers zum Verkauf dazugehören, sind sie selbst zu Experten geworden und haben mittlerweile sogar einen grünen Daumen. Das Start-Up, das neben den zwei Gründern aus zwei festen Mitarbeitern und einer studentischen Hilfskraft besteht, hat noch viel vor: „Wir wollen einen Investor finden, um mit frischem Kapital durchzustarten“, sagt Ehlers.

Immer bessere Start-Ups am Start

Dafür nehmen sie ab heute in der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ teil. In der dritten Staffel der Vox-Sendung versuchen zunächst sechs Start-Ups, eine fünfköpfige Jury von Investoren von ihren innovativen Geschäftsmodellen und Projekten zu überzeugen. Einer der Investoren, der von Anfang federführend mit dabei ist, ist der Bonner Frank Thelen. „Die Start-Ups, die sich bei uns bewerben, werden jedes Mal besser“, sagt Thelen. Das liege daran, dass immer mehr Gründer erkennen, wie hochwertig die Show sei.

„Ich hasse so billige Ideen, wie wir sie teilweise in der ersten Staffel hatten“, blickt der Investor zurück. Das gebe es jetzt nicht mehr, so Thelen, der die Show trotz des großen Unterhaltungswerts sehr ernst nimmt. Er geht davon aus, dass diesmal wieder einige Gründer dabei sind, die künftig von ihm oder den anderen Investoren unterstützt werden. „Da sind Unternehmen dabei, die Potenzial haben, die zehn Millionen Umsatzschiene zu erreichen.“

Dass die Fernsehshow kein reines Spaß- und Unterhaltungsformat ist, zeigen auch die Erfolgsgeschichten ehemaliger Teilnehmer. So explodierte das Geschäft des Start-Ups „Little Lunch“ nach der Präsentation der Geschäftsidee in der Sendung vergangenes Jahr regelrecht. Die rasante Entwicklung des Herstellers von Biosuppen wird zu Beginn der dritten Staffel heute Abend auch gezeigt. Noch während der Sendung im vergangenen September bestellten Tausende von Zuschauern über den Webshop von „Little Lunch“ Biosuppen aus dem Glas.

Ehemalige Teilnehmer mit Erfolg

Mit der finanziellen Unterstützung und Beratung von Thelen und Co. konnten Daniel und Denis Gibisch ihr Geschäftsmodell ausbauen und ihr Sortiment um Bio-Smoothies erweitern. Für dieses Jahr streben die Gründer-Brüder aus Augsburg bereits ein Umsatzziel von 20 Millionen Euro an. Auch der Bonner David Schirrmacher hat mit seinem Auftritt im Löwenkäfig 2015 den Durchbruch als Jungunternehmer geschafft. Dank einer Finanzspritze der Investoren von 100 000 Euro etablierte er mit „Von Floerke“ eine neue Herrenmode-Marke, die mittlerweile in ganz Deutschland verkauft wird.

Neben den „Evergreens“ hofft auch der Kölner Dinko Jurcevic in diesem Jahr auf den Zuschuss für sein Start-Up in Wesseling. Der Hersteller von Klebstoff und LED-Stiften für Reparaturen stellt sein Geschäftsmodell „Blufixx“ jedoch erst in der zweiten Sendung am 30. August vor. Ob er die gewünschten 200 000 Euro für zehn Prozent an seinem Unternehmen bekommt, entscheiden neben Thelen auch wieder die Unternehmer Jochen Schweizer und Judith Williams.

Zum ersten Mal gehören auch Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer zu den Löwen-Juroren. „Mit den beiden entsteht eine ganz neue Dynamik“, sagt Thelen. Während Dümmel als langjähriger Geschäftsführer von DS Produkte Erfahrungen aus dem internationalen Handel mitbringe, habe der Finanzmanager Maschmeyer als einer der reichsten Deutschen das nötige Kapital für Investitionen.

„Höhle der Löwen“, ab 23. August dienstags, 20.15 Uhr auf Vox

Der General-Anzeiger unterhielt sich im Juni mit Jury-Mitglied Frank Thelen über die Bonner Gründerszene und die Frage, was ein gutes Start-Up auszeichnet. Das Interview: