TV-Kritik

So ist der neue Tatort aus München

Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, links) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) ermitteln an der Eisbachwelle.

Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, links) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) ermitteln an der Eisbachwelle.

Bonn. Die Tatort-Folge „Die ewige Welle“ ist kein richtiger Krimi, dafür aber ein packendes Familiendrama, in dem Kommissar Leitmayr mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird.

Auch Polizisten haben eine Vergangenheit. Da bildet Kriminalhauptkommissar Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) keine Ausnahme. Und seine Vergangenheit holt den Tatort-Kommissar unvermittelt ein, als er mit seinem Kollegen Ivo Batic (Miroslav Nemec) an einem Krankenhausbett steht.

In diesem liegt Mikesch Seifert (Andreas Lust). Der Mann hat nicht nur schwer verletzt eine Messerattacke überlebt, er war auch einst ein enger Freund Leitmayrs. Gemeinsam mit einer Frau verbrachten die beiden einen Sommer an den Stränden Portugals. Heute surft Seifert nicht mehr im Atlantik, sondern auf der Eisbachwelle in München.

Leitmayr ist baff, als er seinen Freund nach mehr als 30 Jahren wiedersieht. Bei Seifert hält sich die Wiedersehensfreude so sehr in Grenzen, dass er aus der Klinik flüchtet, bevor er genauer zu dem Messerangriff befragt werden kann. Seifert hat Geschäfte zu erledigen, bei denen er nicht gestört werden will – schon gar nicht von der Polizei.

Die Tatort-Folge mit dem Titel „Die ewige Welle“ überzeugt sowohl durch ihre Handlung als auch durch überzeugend spielende Darsteller – ein Genuss ist etwa Michael Tregor als Althippie Heinrich. Eines ist die Episode aber nicht wirklich: ein Krimi. Vielmehr ist sie ein packendes Familiendrama mit Einsprengseln aus dem Genre der Gangsterkomödie. Das ändert aber nichts an der Qualität der Folge aus München. Bis zum Schluss fiebert und leidet der Zuschauer mit der so unglaublich tragischen Figur Mikesch Seifert.

ARD, Sonntag, 20.15 Uhr.