Polizeiruf „Der Preis der Freiheit“

Schweigen im Grenzgebiet

Ein polnisch-deutsches Ermittler-Duo mit Potenzial: Adam Raczek (Lucas Gregorowic) und Olga Lenski (Maria Simon).

Ein polnisch-deutsches Ermittler-Duo mit Potenzial: Adam Raczek (Lucas Gregorowic) und Olga Lenski (Maria Simon).

Der Polizeiruf „Der Preis der Freiheit“ aus Brandenburg schöpft sein Potenzial nicht vollständig aus.

Tiefblaue Nacht im deutschen-polnischen Grenzgebiet: Ein frisch geklauter SUV rast über die Landstraße, verfolgt von einem Streifenwagen der Polizei. Eine Vollbremsung später ist die junge Polizistin Katarzyna Ludwinek tödlich verletzt, Lutz Piatkowski (Thomas Loibl), Mitglied einer örtlichen Bürgerwehr, und der kurz nach ihm eintreffende Polizeikommissar Udo Lehde (Oliver Böcker) können der jungen Frau nur noch beim Sterben zusehen, der Autokurier ist spurlos verschwunden.

Es ist der zweiten Fall für Kommissarin Olga Lenski (Maria Simon) bei der deutsch-polnischen Mordkommission in Swiecko und mit ihren neuen Partner Adam Raczek (Lucas Gregorowicz). Was zunächst wie einfache Fahrerflucht eines Autodiebs aussieht, wirft bald Fragen auf: Warum saß Kommissar Lehde als Streifenführer der toten Polizistin nicht mit ihr im Wagen? Was hat die Bürgerwehr am Tatort zu suchen? Und inwieweit sind die Drahtzieher des Autodiebstahls in den Unfall involviert? Nicht nur die Zeugen schweigen, auch innerhalb des Kommissariats bleibt vieles ungesagt – und das nicht nicht nur wegen sprachlicher und kultureller Hürden.

Es hat dem Brandenburger Polizeiruf gut getan, dass er sich von dem sympathischen aber karikaturhaften Polizeihauptmeister Horst Krause verabschiedet und so einiges an Gemütlichkeit und Trägheit abgestreift hat. Das neue Szenario im deutsch-polnischen Grenzgebiet und die Kombination Simon-Gregorowicz hat Potenzial. Was die Handlung dieser Folge betrifft, bleibt das neue Ermittler-Duo allerdings hinter seinen Möglichkeiten zurück.

ARD, Sonntag, 20.15 Uhr