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Schöner Wohnen in der DDR - Dresden ehrt Rudolf Horn

Rudolf Horn vor einer Schrankwand aus dem Möbelprogramm Montagemöbel der Deutschen Werkstätten (MDW).

Rudolf Horn vor einer Schrankwand aus dem Möbelprogramm Montagemöbel der Deutschen Werkstätten (MDW).

23.08.2019 Dresden. "Wohnen als offenes System" heißt eine Ausstellung, die bis zum 3. November in Schloss Pillnitz zu sehen ist.

Freischwinger-Sessel und MDW-Möbel - Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ehren den ostdeutschen Designer Rudolf Horn zu dessen 90. Geburtstag mit einer Präsentation seines Schaffens.

"Ich habe Herzklopfen", sagte der Jubilar am Freitag beim Rundgang durch die Ausstellung "Wohnen als offenes System" (bis 3. November) im Kunstgewerbemuseum Schloss Pillnitz.

"Wenn man nach fast 70 Jahren seinem ersten Tun begegnet, das ist schon nicht ganz ohne", bekannte Horn in einer Art Wohnlabor im Eingangsbereich. Dort können Besucher, inspiriert vom Original, ab Samstag eigene Raumkonzepte anlegen, wie Museumsdirektor Thomas Geisler sagte.

Der Rundgang führt über die Beschäftigung des Designers mit Bauhaus und Klassischer Moderne zu Projekten wie der zu DDR-Zeiten zum Möbel-Kultklassiker gewordenen MDW-Wand der Deutschen Werkstätten Hellerau. "Es war ein langer Prozess", erinnert sich Horn an die Entwicklung seines erfolgreichsten Produkts zusammen mit Eberhard Wüstner. Das variabel-funktionale Baukastensystem aus Spanplatten mit Frontfurnier aus Mahagoni konnte von den Nutzern individuell zusammengestellt werden.

Die MDW-Möbel gingen 1968 in Serie und wurden bis 1991 produziert. Noch immer begeistert ist Horn auch von seinem Freischwinger aus schwarzem Leder, 1966 entworfen als Pendant zum berühmten Barcelona-Chair von Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969). (dpa)