Beobachterin der Bonner Republik

Journalistin Fides Krause-Brewer mit 99 Jahren gestorben

Die Bonner Journalistin Fides Krause-Brewer ist gestorben.

Die Bonner Journalistin Fides Krause-Brewer ist gestorben.

Bonn. Die Wirtschaftsjournalistin Fides Krause-Brewer ist tot. Die Bonnerin starb im Alter von 99 Jahren in der Nacht zum Freitag. Ein Nachruf von GA-Redakteur Bernhard Hartmann.

In der Geburtsstunde der Bonner Republik im Jahre 1949 war sie bereits zur Stelle: Die Journalistin Fides Krause-Brewer, damals 30 Jahre alt, wollte beobachten, schreiben, Zusammenhänge erklären. „Ich wünschte, in Zukunft 'mitspielen' zu können“, schreibt sie in ihren 2011 erschienenen Lebenserinnerungen „Journalistin ist man immer“. In der Nacht zu Freitag ist die München geborene Journalistin, die bis zuletzt in Bonn lebte, im Alter von 99 Jahren gestorben. Das teilte das ZDF mit.

Ihrem Vorsatz mitzuspielen ist sie mit erstaunlicher Konsequenz treu geblieben. Allein 24 Jahre, von 1962 bis 1986, wirkte die studierte Volkswirtschaftlerin als Korrespondentin des ZDF für Wirtschafts- und Sozialpolitik und wurde zu einem der bekanntesten Nachrichtengesichter auf den bundesdeutschen Bildschirmen. Die Großen ihrer Zeit hat sie hautnah miterlebt: Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Franz Josef Strauß brachte sie ihrem Publikum in Porträts und Interviews nahe. Besonders schätzte sie den nur wenige Monate älteren Helmut Schmidt, den sie für den besten Bundeskanzler hielt, den die Bundesrepublik je hatte.

Ihre Kindheit verbrachte Krause-Brewer mit ihren Eltern, die ebenfalls Journalisten waren, im Berliner Haus ihres Großvaters Bernhard Demburg, ein Bankier, der im Kabinett Philipp Scheidemanns Vizekanzler und Finanzminister war. Ihr Großvater pflegte einen großbürgerlichen Lebensstil, in dem Kultur eine große Rolle spielte. Die Liebe zur Musik pflegte die seit 1978 verwitwete Mutter einer Tochter auch in Bonn weiter, als aktives Gründungsmitglied sowohl der Bonner Opernfreunde als auch der Bürger für Beethoven.