Hälfte der Gründer findet Investoren

Heiratsantrag und Rieselmaschine in der "Höhle der Löwen"

3Bears: Caroline Steingruber und Tim Nichols.

3Bears: Caroline Steingruber und Tim Nichols.

Bonn. Eine vielfältige Auswahl an Produkten präsentierten die kreativen Unternehmensgründer in der siebten Folge der aktuellen "Die Höhle der Löwen"-Staffel. Die Hälfte der Kandidaten ging erfolgreich nach Hause.

Für die Löwen hieß es am Dienstagabend: eine Reise durch rostfreie Spülmaschinen, die Welt der Apps für Kunstfans, eine neue Ära der Schultüten, funktionale Sportbekleidung und kulinarische Entdeckung der britischen Frühstückskultur. Drei der sechs Produkte fanden Anklang bei den Investoren und stehen nun auf dem Sprungbrett in die große Start-up-Szene. Vier der fünf Löwen gingen am Ende der Sendung zufrieden nach Hause, denn sie haben investiert: Dagmar Wöhrl, Judith Williams, Frank Thelen und Ralf Dümmel. Nur Carsten Maschmeyer ging am Dienstagabend leer aus.

Rokitta´s Rostschreck und ein Heiratsantrag

Der 48-jährige Oliver Rokitta aus Stuttgart tüftelte bereits seit vier Jahren an seiner Idee und ist seit September 2016 auf dem Markt: Mit Rokitta's Rostschreck möchte er Rostbefall von Messern, Töpfen und Co. in der Spülmaschine vorbeugen und damit als "Problemlöser für Millionen Haushalte" auf dem Markt präsent sein. Rokitta beschreibt seine Erfindung als "kleinen Staubsauger", der wie ein starker Magnet den Rost anzieht und dann eliminiert. Er wird einfach in den Besteckkorb gepackt und zieht alle Rostpartikel an. Er übersteht rund 600 Spülgänge.

Bisher hat der Gründer knapp 400 Produkte verkauft, sieht aber einen Verkauf von einer Millionen jährlich mithilfe eines Investors als realistisch. Das wäre dann laut Rokitta "eine ganz andere Hausnummer".

Doch Oliver Rokitta startete am Abend nicht nur beruflich durch. Nach seinem Auftritt machte er seiner Freundin einen Heiratsantrag – live im TV.

Mit Tränen in den Augen blickte der 48-Jährige in die Kamera der Vox-Show und sagte: „Ich würde gerne mit meiner Freundin Nadine auch einen Deal machen. Ich würde dich gerne heiraten. Also, wenn du das jetzt siehst Nadine, halte ich hiermit um deine Hand an. Ich liebe dich!“

Rokitta's Rostschreck: Oliver Rokitta.

Rokitta's Rostschreck: Oliver Rokitta.

 

Die Angebote

Nachdem vier der fünf Löwen ausgestiegen sind, meldete sich Ralf Dümmel zu Wort, der bei den vorigen Diskussionen eher im Hintergrund geblieben war. Er nennt sich selbst einen "großen Fan von Problemlösern" und ist davon überzeugt, dass es einen riesigen Markt für Rokitta's Rostschreck gibt. Er bot Oliver Rokitta ein "Rundum-sorglos-Paket" an und der Deal war nach wenigen Sekunden in trockenen Tüchern. Für 100.000 Euro Investition vermachte der Erfinder Dümmel als Investor einen Firmenanteil von 35 Prozent.

WYDR

Timo Hahn (38) und Matthias Dörner (35) aus Zürich wollten mit der Unterstützung eines Investors den "angestaubten Kunstmarkt revolutionieren": Mit ihrer App WYDR –  einem "Tinder für Kunst" – wollen die Erfinder Kunst für den breiten Markt sichtbar und zugänglich machen. Künstler, Studenten, Hobbymaler und Co. können ihre Werke jeglicher Art in der App hochladen und online verkaufen. Darauf kommt dann eine Kommission von 30 Prozent. Die potenzielle Käufer können dann entweder nach links "swipen", wenn ihnen das Bild nicht gefällt oder nach rechts, wenn es gefällt. Danach können sie weitere Details über das Kunstwerk erfahren, bevor es via Warenkorb nach dem Prinzip des Online-Shoppings gekauft werden kann.

Ihr Angebot für die Löwen - 20 Prozent Firmenanteil für 249.999 Euro - überzeugte keinen der fünf Jurymitglieder als Investor – und leider auch nicht als Kunden. Die Idee war gut, der Business-Plan ließ in den Augen der Profis jedoch zu wünschen übrig. Hahn und Dörner mussten zwar viel Kritik einstecken, sagten aber nach der Sendung, dass sie sich nicht unterkriegen lassen würden.

WYDR: Matthias Dörner (l.) und Timo Hahn.

WYDR: Matthias Dörner (l.) und Timo Hahn.